Rassismus! „Vom Winde verweht“ nicht mehr im Stream


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Plötzlich ist „Gone With The Wind“ vom Digital-Winde verweht: HBO Max hat als Folge der in den USA anhaltenden Anti-Rassismus-Demonstrationen nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd reagiert und „Vom Winde verweht“ aus dem Streaming-Angebot genommen.

Der von David O. Selznick produzierte Filmklassiker aus dem Jahr 1939 (ausgezeichnet mit acht Oscars und zwei Ehrenoscars) zeige ethnische und rassistische Vorurteile, „die leider in der amerikanischen Gesellschaft gang und gäbe waren“, sagte ein Sprecher von HBO Max am Dienstag (09. Juni).

„Vom Winde verweht“: Wie viel Rassismus steckt in der Sklaven-Darstellung?

Knackpunkt für die gewiss berechtigte Kritik ist die historisch verklärte Darstellung von glücklichen Sklaven und heroischen Sklavenhaltern in dem Film mit Clark Gable und Vivien Leigh in den Hauptrollen. Die findet sich allerdings auch schon in der literarischen Vorlage von Margaret Mitchell von 1936. Bemängelt wurden stets die Unterwürfigkeit der dargestellten schwarzen Figuren und die Akzentuierung einer allumfassenden Akzeptanz der Sklaverei durch im Grundweg alle anderen Charaktere.

„Diese rassistischen Darstellungen waren damals falsch und sind es auch heute noch, und wir waren der Meinung, dass es unverantwortlich wäre, diesen Titel ohne eine Erklärung und eine Richtigstellung dieser Darstellungen im Angebot zu halten.“

Verzichten mag man bei HBO Max allerdings nicht grundsätzlich auf einen Film, der Kritikern schon zur Premiere ein Dorn im Auge war, gleichwohl zum erfolgreichsten Leinwandspektakel (238 Minuten mit Ouvertüren!) aller Zeiten wurde.