„Bis zum vergangenen Donnerstag“: Stuckrad-Barre lässt Freund Ulmen fallen

Nach 30 Jahren zieht Benjamin von Stuckrad-Barre eine klare Linie: Er kündigt Christian Ulmen nach Bekanntwerden der Strafanzeige gegen ihn die Freundschaft.

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Sie seien „ein Paar wie Kissinger und Schmidt, um’s mal bescheiden zu halten“, sagte Christian Ulmen einst über Benjamin von Stuckrad-Barre und bezeichnete ihn als einen seiner besten Freunde. Dieser beste Freund hat nun die Freundschaft aufgekündigt. Auslöser ist die publik gewordene Strafanzeige von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Ulmen.

Collien Fernandes hat laut „Spiegel“ Strafanzeige gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen eingereicht. Im Raum stehen Vorwürfe, die weit über private Konflikte hinausgehen und strafrechtliche Dimensionen erreichen könnten.

Die Moderatorin beschreibt die Vorgänge als massiven Eingriff in ihre Persönlichkeit und spricht von „virtueller Vergewaltigung“. Laut Bericht untermauert sie ihre Darstellung mit umfangreichen Belegen, darunter eidesstattliche Versicherungen sowie digitale Spuren.

Von Stuckrad-Barre beendet Freundschaft zu Christian Ulmen

Für Benjamin von Stuckrad-Barre ist die Freundschaft zu Christian Ulmen, wie er auf Instagram schreibt, untragbar geworden. „Die Vorwürfe, die Collien Fernandes dort gegen ihren früheren Ehemann Christian Ulmen erhebt, sind einfach nur fürchterlich“, schreibt der 51-Jährige, der auch als Autor für den ROLLING STONE tätig ist. „Christian und ich kennen uns seit fast 30 Jahren, eine enge Freundschaft, auch wenn wir uns mitunter jahrelang weder gesprochen noch gesehen haben. Dennoch glaube, nein, glaubte ich, ihn recht gut zu kennen.“

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Und weiter: „Als ich nun die Schilderungen Colliens las, und diese mir dort und anderswo gut belegt erschienen, war das auf mehreren Ebenen eine immense Erschütterung. Digitale sexualisierte Gewalt ist Gewalt. Und bei Gewalt endet alles, wirklich alles. Mit meinem Freund Christian konnte ich das ihm vorgeworfene entwürdigende Verhalten zwar überhaupt nicht zusammenbringen, ich muss das aber jetzt tun, das ist die Lage. Collien ist ohne Wenn und Aber Opfer entsetzlicher digitaler Gewalt geworden, und dass offenbar auch durch Christian. Mein Mitgefühl, meine Solidarität gehört alleinig ihr.“

Appell an Männer: „Wir dürfen keine Täter beschützen“

Von Stuckrad-Barre richtet auch einen Appell an die Männer: „Und wir Männer haben die Aufgabe, viel aufmerksamer noch zu werden gegenüber Gewalt und gewaltvollem Verhalten, wir müssen das verhindern, wir dürfen keine Täter beschützen. Wir kommen sonst niemals weiter in dieser Sache. Die tiefe Traurigkeit, die all das auch auslöst in einem, die Ratlosigkeit, das alles ist sehr angemessen. Wie es jetzt weitergeht, weiß ich nicht, ich habe natürlich überhaupt keine guten Ratschläge oder sowas. Aber was nicht geht und was aufhören muss, das zumindest ist mal klar.“

Er endet mit der Bitte um Nachsicht und einer klaren Distanzierung von Ulmen: „Wenn das alles noch etwas unsortiert klingt, bitte ich, mir das nachzusehen. Besser kann ich es gerade noch nicht formulieren. Zumindest anfangen damit aber wollte ich jetzt mal, öffentlich, gerade weil Christian mein Freund war, bis zum vergangenen Donnerstag.“

Prominente Unterstützung für von Stuckrad-Barres Posting

Unter seinem Posting erhält von Stuckrad-Barre ausschließlich Zuspruch. Jan Delay, Ines Anioli, Anna Maria Mühe, Bonnie Strange und viele mehr werten seine Worte als Schritt in die richtige Richtung – als Appell an Männer, gegen digitalen Missbrauch an Frauen vorzugehen.