Lärmschutzgesetz Berlin: Spielen The Cure ein kürzeres Set?

The Cure spielen vom 10. bis 12. Juli in der Berliner Parkbühne Wuhlheide. Warum die Konzerte trotz Nachtruhe bis 23 Uhr dauern dürfen – und weshalb das für Fans entscheidend ist.

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Ein Kollege berichtete unlängst, er kam nach den Berliner Konzerten von System of Down sowie den B52’s im Hellen nach Hause. Das eine ging bis kurz vor 22 Uhr, das andere bis 22 Uhr. Irgendwie entspannt – aber irgendwie auch wenig  Rock and Roll.

Ersteres fand im Olympiastadion statt, letzteres in der Zitadelle Spandau. Dort mussten unlängst auch die Pixies gegen Ende ihres Sets auf die Tube drücken und gönnten sich keine Pause, um noch vor 22 Uhr mit „Into The White“ ihr Set zu beschließen. Für eine Zugabe hatte es dann, trotz ihrer sowieso eher kurzen Lieder, nicht mehr gereicht – es war 21. 57 Uhr.

Runter von derr Bühne, Leute jubeln lassen, wieder hoch – es wäre zu knapp geworden. Schade. Man hat das Gefühl, in Berlin sind die Auftritte immer etwas kürzer als anderswo.

Gelten für The Cure in der Wuhlheide andere Regeln?

Wie wird es mit den Konzerten von The Cure in der Parkbühne Wuhlheide (10. bis 12. Juli, präsentiert von ROLLING STONE) laufen? Hier könnte eine Ausnahmeregelung greifen: Bands dürfen dort oft bis 23 Uhr spielen, weil die Behörden sogenannte Ausnahmegenehmigungen für den Lärmschutz erteilen. In Berlin gilt nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ab 22 Uhr eigentlich die gesetzliche Nachtruhe.

Weil aber die Wuhlheide in einem Waldgebiet liegt und als Open-Air-Bühne genutzt wird, machen die Behörden für Kulturveranstaltungen jedoch oft eine Ausnahme. Grundlage dafür ist das Berliner Landes-Immissionsschutzgesetz. Dies erlaubt Ausnahmen im sogenannten „öffentlichen oder kirchlichen Interesse“, wenn die Veranstaltungen „kulturellen oder künstlerischen Zwecken“ dienen. Oft gibt es einen Kompromiss: Die Lautstärke wird ab 22 Uhr etwas heruntergedreht, dafür darf die Band bis 23 Uhr weiterspielen. Ob das bei The Cure auch so sein wird? Ohren auf!

Erwartet wird die Band auf der Bühne ab zirka 20.45 Uhr. Falls sie bis 23 Uhr spielt, bietet das Raum für höchstens 29 Cure-Songs, so dass das Normaß eines Cure-Sets gerade so erreicht werden könnte.

Für manche Berliner bietet das Lärmschutzgesetz schlicht mehr Ruhe am Abend. Für Konzertfans gilt dagegen fast immer: Wer Open Airs in Berlin besucht, erlebt meist nicht die epischsten Live-Abende. Hoffen wir, dass The Cure sich in aller Ruhe ausbreiten werden.

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