The Strokes verurteilen US-Imperialismus und Krieg beim Coachella-Auftritt
Beim Coachella-Auftritt spielten The Strokes „Oblivius“ mit einer Videomontage über CIA-gestützte Attentate auf Staatschefs und aktuelle Zerstörung in Gaza und Iran.
The Strokes beendeten ihr Set beim Coachella letzten Samstag mit einer Performance ihres Songs „Oblivius“ von 2016 – begleitet von einer aufgeladenen Videomontage, die Jahrzehnte mutmaßlicher CIA-gedeckter Gräueltaten und Attentate dokumentierte und mit Aufnahmen jüngster Zerstörung in Iran und Gaza endete.
In einem eindringlichen Echo der Gegenwart begann die Montage mit einem Foto des ehemaligen iranischen Premierministers Mohammed Mossadegh, der 1953 durch einen von britischen und amerikanischen Geheimdiensten unterstützten Putsch gestürzt wurde. Auf Mossadeghs Foto folgten weitere Staatschefs, die durch US-gestützte Operationen gestürzt oder in manchen Fällen ermordet wurden – darunter Patrice Lumumba aus dem Kongo, Juan Torres aus Bolivien und Salvador Allende aus Chile.
Eine Einblendung widmete sich auch einem Zivilprozess aus dem Jahr 1999, in dem eine Jury zu dem Schluss kam, dass die US-Regierung an der Ermordung von Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. beteiligt gewesen sei. (Dass King jahrelang von FBI und CIA überwacht wurde, ist gut dokumentiert – das Justizministerium hat die Verschwörungsthese jedoch wiederholt zurückgewiesen; eine Untersuchung im Jahr 2000 erbrachte keine Belege für eine staatliche Beteiligung.)
Politisches Statement zum Finale
Den Abschluss der Performance bildeten Aufnahmen von Trümmern im Iran, dazu eine Einblendung mit dem Hinweis, dass in diesem Jahr mehr als 30 Universitäten durch US-amerikanische und israelische Luftangriffe zerstört worden seien. Das letzte Bild zeigte die al-Israa-Universität in Gaza – die letzte Hochschule im Gazastreifen, die Israel 2024 zerstörte. In diesen abschließenden Momenten schmetterte Frontmann Julian Casablancas den finalen Refrain von „Oblivius“ ins Mikrofon: „What side are you standing on?“
Dass The Strokes diesen politisch aufgeladenen Abschluss beim zweiten Coachella-Wochenende wegließen, ändert nichts daran, dass die Haltung der Band kaum überrascht. Casablancas unterzeichnete 2021 eine Petition für ein freies Palästina; im selben Jahr moderierte er für ROLLING STONE eine Videointerview-Reihe – „S.O.S. — Earth Is a Mess“ –, in der er mit verschiedenen prominenten Intellektuellen der Linken über amerikanischen Imperialismus, Marxismus, Vermögensungleichheit und mehr diskutierte.
The Strokes bereiten sich auf die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Reality Awaits“ am 26. Juni vor. Eine Nordamerika-Tournee startet im selben Monat, mit Shows bis in den September.