Tindersticks: Exklusive Videopremiere „See My Girls“ + neue EP

Anscheinend haben die Tindersticks, vielleicht irgendwo in Frankreich, wo Sänger Staurt Staples mit seiner Familie lebt, einen geheimen Brunnen gefunden, aus denen sie neue Ideen schöpfen. Schon das neue Album „No Treasure But Hope“ erkundete bekannte Themen der schwärmerischen Melancholiker aus England mit einem noch einmal nuancenreicheren Sound als zuletzt das kaum schlechtere, aber weitaus fragmentarischer daherkommende „The Waiting Room“. Stattdessen eine kleinere Form, präzisere Instrumentierung. Alles wirkt besser zu einem Ende gedacht und zu einem Gesamtbild hin komponiert.

Einer der Highlights auf der neuen LP ist sicherlich das treibende „See My Girls“ mit seiner durchaus beunruhigenden Welterkundung zwischen den Wolkenkratzern Amerikas, dem Grab von Bob Marley und Birkenau (Auschwitz). In den Lyrics spricht Staples von seinen Mädchen, die ihm Bilder aus einer anderen Welt schicken, die er über der Kasse an seinem Zeitungsstand aufhängt. Ein alter Mann aus einer alten Welt, könnte man vermuten, sieht nachdenklich dabei zu, wie die Jugend unschuldig die Welt für sich erobert und mit ihrem Fotohandwerk auch für sich einnimmt.

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Das Video zu „See My Girls“, das wir als exklusive Videopremiere zeigen, verfolgt diesen Ritt durch die Welt mit den Augen einer Laterna Magica, die schließlich Platz macht für ein abrollendes Band von kunstvoll-abstrakten Bildeindrücken, die von Sidonie Osborne Staples, der Tochter des Sängers, gestaltet wurden.

Neue EP „See My Girls“ mit Stuart Staples Tochter am Mikro

Ein schönes Beispiel dafür, wie sich Talent vererbt, schließlich ist die Ehefrau Staples und Mutter von Sidonie seit dem gloriosen Debütalbum der Tindersticks zu großen Teilen für die visuelle Gestaltung verantwortlich. Dass die Tochter auch das Talent ihres Vaters geerbt haben könnte, beweist sie auf der überraschend am Donnerstag (23. Januar) veröffentlichten EP „See My Girls“. Darauf finden sich nicht nur zwei neue Mixe des Stücks (darunter auch eine fiebrige Dubstep-Version) und ein Instrumental von David Boulter („A Streetwalker’s Carol“), sondern auch das Stück „Blood And Bone“.



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