Trump erklärt „Der Krieg ist gewonnen“ – und entsendet weitere Truppen

Trump erklärt den Iran-Krieg für beendet – und schickt gleichzeitig Tausende weitere Soldaten in die Golfregion.

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Donald Trump lieferte am Dienstag im Oval Office ein weiteres wirres Update zum Iran-Krieg: Iran sei kampfunfähig, das Regime gestürzt, und der „Krieg ist gewonnen“.

Dass gleichzeitig Berichten zufolge weitere amerikanische Truppen in den Nahen Osten verlegt werden – wofür genau, bleibt unklar. Trump hat den „Krieg“ bereits mehrfach für beendet erklärt, besteht aber darauf, es sei gar kein Krieg, sondern lediglich eine „Militäroperation“.

Es seien die Demokraten, so Trump, die den Iran-Krieg einen „Krieg“ nennten – und die „Fake News“, die dafür verantwortlich seien, dass er als noch andauernd dargestellt werde.

Tausende weitere Soldaten

Kurz nachdem Trump den Krieg für gewonnen erklärt hatte, berichteten mehrere Medien übereinstimmend, dass der Präsident die Verlegung Tausender weiterer amerikanischer Soldaten in die Golfregion genehmigt hat. NBC News meldete, Trump habe die Entsendung von über 1.000 Angehörigen der 82nd Airborne Division freigegeben; das „Wall Street Journal“ berichtete in einem separaten Artikel, die Regierung plane, bis zu 3.000 Mitglieder der Division zu schicken.

Das kommt noch zu den rund 50.000 amerikanischen Soldaten hinzu, die bereits vor dem Angriff der Regierung auf Iran in der Region stationiert waren. Anfang des Monats hatte das Pentagon Einheiten der 11th Marine Expeditionary Unit (MEU) drei Wochen früher als geplant in Richtung Region dirigiert – ihr regulärer Abmarsch aus San Diego wäre erst später gewesen. Die Einheit verfügt unter anderem über amphibische Angriffsschiffe. Außerdem beantragt das Pentagon 200 Milliarden Dollar für den Krieg. Als Trump am Montag gefragt wurde, ob diese Summe noch nötig sei, wenn der Krieg – wie er immer wieder behauptet – dem Ende entgegengehe, antwortete er: „So etwas hat man immer gern“, denn „die Welt ist sehr aufgeheizt, und die Demokraten heizen sie noch weiter an“.

Am Wochenende hatte Trump Iran ein harsch formuliertes Ultimatum gestellt: Die Straße von Hormus sei binnen 48 Stunden zu öffnen, andernfalls würden die USA die Energieinfrastruktur des Landes angreifen. Kurz darauf ruderte Trump zurück und erklärte, seine Regierung führe Gespräche mit der iranischen Führung. Auf die Frage, mit wem genau, antwortete Trump: mit einer „hochrangigen Person“, die „angesehen“ sei.

Trumps mysteriöses „Geschenk“

Im Oval Office behauptete Trump am Dienstag, Iran sei bereit, „einen Deal zu machen“.

„Sie haben gestern etwas getan, das wirklich erstaunlich war. Sie haben uns ein Geschenk gemacht, und das Geschenk ist heute angekommen“, fuhr er kryptisch fort. „Es war ein sehr großes Geschenk, das einen ungeheuren Geldbetrag wert ist. Ich werde euch nicht sagen, was dieses Geschenk ist, aber es war ein sehr bedeutender Gewinn.“

Trump ergänzte, der „Gewinn“ stehe im Zusammenhang mit „Öl und Gas“.