Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search

Udo Lindenberg: „Ich kann keine andere Rolle als meine eigene“

Kommentieren
0
E-Mail

Udo Lindenberg: „Ich kann keine andere Rolle als meine eigene“

Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

>Hier geht es zum Shop, wo Sie die Mai-Ausgabe des ROLLING STONE kaufen können – inklusive Lindenberg-Seven-Inch-Single!

RS_0516_Cover_Vinyl

Im Gespräch mit ROLLING STONE zieht der Mann, der den deutschsprachigen Rock und Pop wie kein anderer prägte, über seine mittlerweile 45 Jahre währende Karriere Bilanz und spricht über seine Anfänge, das Altern, den Alkohol – und über die Flüchtlingspolitik in Deutschland.

„In den Zeiten des schlimmsten Abtauchens bin ich nachts um Viertel vor zwölf im Hotel runter zum Frühstück gegangen“, erinnert sich Udo, der seit 1995 im Hamburger Hotel Atlantic eine Suite bewohnt, an seine langjährige Alkoholsucht. „Ich lag immer ordentlich in der Matsche.“ Heute fühle er sich viel fitter als noch vor 15 Jahren. Ich habe einen Deal mit mir gemacht: Ich geb’ die Sauferei auf, dafür kriege ich auch wieder die Sachen hin, die ich hinkriegen will.“

Sorge bereitet Lindenberg unser Umgang mit den Flüchtlingen. Zu viel Resignation habe sich breit gemacht, so der Sänger, der für seine Bemühungen um die Verständigung zwischen Ost und West 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. „Wie können Menschen vor dem Hintergrund ihrer Geschichte vergessen, was es bedeutet, Mauern und Zäune hochzuziehen?“ fragt Udo angesichts der Diskussionen um Grenzschließungen und Aufnahmestopps. „Aber es liegt auch an den großen Parteien: CDU und SPD müssten noch klarer sagen, dass es vor dem Hintergrund unserer Geschichte Kriegsbetroffenen, die nur knapp dem Tod entronnen sind, Zuflucht gewährt werden muss. Und gleichzeitig muss man den Leuten Ängste nehmen, man muss sie informieren: dass Hartz IV nicht angetastet wird, dass die Renten nicht beschnitten werden. Wir müssen doch nur für eine Weile auf Turnhallen verzichten!“

Er sei aber nicht pessimistisch gestimmt, sondern überzeugt, dass man die Leute mit Songs und Argumenten erreichen kann. „Ich will all diese Menschen noch nicht aufgeben, ich bin ja einer, der mit jedem spricht. Vielleicht hilft auch die Begegnung mit Einzelschicksalen von Flüchtlingen. Kann sein, dass dann ein anderes Gefühl, eine andere Sicht entsteht“, sagt Lindenberg. „Aber diejenigen, die weiter Parolen grölen, muss man die volle Härte des Gesetzes spüren lassen.“

Als exklusives Extra liegt der Mai-Ausgabe des ROLLING STONE eine Vinyl-Single mit den remasterten Originalaufnahmen von „Alles klar auf der Andrea Doria“ und „Stark wie zwei“ bei. Das Heft ist ab Donnerstag, den 28. April, im Handel erhältlich. 

Kommentieren
0
E-Mail

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
Kommentar schreiben