Wegen Sex-Vorwürfen? Keine Nominierung für Oscar-Favorit James Franco


von

Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen am Dienstag (23.01.) ging Schauspieler James Franco leer aus – die Entscheidung hat wahrscheinlich aber wenig mit seiner schauspielerischen Leistung zu tun.

Die Verkörperung von Tommy Wiseau im Film „The Disaster Artist“ wurde im Vorfeld bei den SAG Awards mit einer Nominierung, bei den Critics Choice Awards sowie bei den Golden Globes sogar mit einer Auszeichnung honoriert. Diese Entscheidungen sind für gewöhnlich ein sicheres Indiz auf die Oscar-Anwärter.

Vermutlich im Zuge der Anschuldigungen gegen James Franco hat sich die Academy allerdings gegen ihn entschieden. Kurz nach den Golden Globes meldeten sich fünf Frauen bei der Presse, die dem Schauspieler unangemessenes Verhalten vorwerfen. Franco soll Nacktszenen von Frauen verlangt haben – wer sich dagegen aussprach, sei entlassen worden. Während Filmaufnahmen im Jahr 2015 soll der Schauspieler zudem vor pikanten Oralsex-Szenen einfach den durchsichtigen Plastikschutz entfernt haben, den die Schauspielerinnen tragen, um ihre Intimsphäre zu schützen. Eine Schauspielerin, die mit Franco zusammen war, wirft ihm vor, sie zum Oralsex im Auto gezwungen zu haben.

James Franco hat die Anschuldigungen als falsch zurückgewiesen. Er spreche sich trotzdem weiter für die #MeToo-Kampagne aus: „Die Dinge, die ich auf Twitter gehört habe, sind nicht richtig, aber ich unterstütze Menschen, die an die Öffentlichkeit gehen und endlich die Stimme bekommen, die sie lange nicht hatten. Ich möchte sie nicht ruhigstellen“, so der Schauspieler in der „Late Show“ von Stephen Colbert.

Statt Franco mit einer Oscar-Nominierung zu versehen, stehen dieses Jahr nun folgende Hauptdarsteller auf der Liste:

Timothée Chalamet in „Call Me by Your Name“
Daniel Day-Lewis in „Der seidene Faden“
Daniel Kaluuya in „Get Out“
Gary Oldman in „Die dunkelste Stunde“
Denzel Washington in „Roman J. Israel, Esq.“