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Blackout Tuesday

Wer zu IKEA geht, wird mit existenziellen Fragen konfrontiert

Coulrophobie bezeichnet die Angst vor Clowns. Das Perfide an Clowns ist die Ahnung, dass jemand hinter der roten Pappnase steckt. Ähnlich verhält es sich beim charmant-skandinavischen Möbelgiganten Ikea. Familienfreundlich und penetrant duzend zeigt er Ihnen, nein, dir auf charmant-skandinavische Weise, wie hässlich deine Wohnung ist, und wie einfach es wäre das zu ändern.

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Bei Ikea muss man nicht nachdenken. Ikea ist Urlaub im Passiv. Als erstes werden dir sanft die Kinder entzogen, ein bleicher Praktikant schiebt sie ins Smaland. „Deine Familie brauchst du jetzt nicht mehr“, flüstert er, „gib mir deine Kinder, du hast jetzt uns“, flüstert er und drückt dir wie zum Beweis ein gelbes Family-Kärtchen in die Hand. Ab jetzt bist du Familienmitglied. Blut ist dicker als Wasser. Du wirst die gelbe Karte nicht verlieren. Du wirst Vorteile kriegen, bis zur Stunde deines Todes. Wahrscheinlich ist das gelbe Kärtchen selbst jetzt nicht weiter als 5 Meter von dir entfernt.

Ikea
Spaß im Smaland

Zuerst passierst du mit vielen anderen Menschen die Ausstellung. Zimmer um Zimmer, geschickt eingerichtet, wohnlich ausgeleuchtet, saubere Farben, simples Design. Freundlich weisen dich Schlafzimmer darauf hin, dass du selbst zu blöd bist, deine Wohnung schön einzurichten. Dass man so wohnen, vielleicht leben könnte. Dass das Glück im blau-gelben Konjunktiv liegt. Und dann bietet Ikea dir zum Trost Köttbullar an, traurig schaufelst du dir die Fleischbällchen auf den Teller. „Naja“, denkst du dir, „immerhin kann ich hier umsonst mein Getränk nachfüllen.“ Hättest du auch bei Kentucky Fried Chicken gekonnt, aber da hätte dich keiner gefragt, ob du noch wohnst oder schon lebst.

Die Wahl zwischen Masturbation und Raumorganisation

Manchmal kannst du sogar eine ganze Wohnung betreten. Dort steht dann „Tine wohnt auf 12 Quadratmetern“ an der Tür. Du läufst dann ohne zu klingeln in die Wohnung von Tine, die offensichtlich keine Berührungsängste hat, und siehst, dass selbst Ikea-Tine ihr Leben besser im Griff hat als du. Tine wohnt nämlich nicht nur auf 12 Quadratmetern, Tine wohnt auf 12 perfekt eingerichteten Quadratmetern. Tine masturbiert bei dem Gedanken an die Effizienz ihrer perfekt eingepassten Bettkästen und Kleiderstangen, aber wenn sie die Wahl zwischen Masturbation und Raumorganisation hat, räumt sie lieber auf. Wenn man in Tines Badezimmer geht, steht auf dem Klo „Bitte nicht benutzen“.

SVEN NACKSTRAND AFP/Getty Images


Die besten und kürzesten Filme unter 90 Minuten

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