„Wir sind lange nicht fertig“: Kiss-Abschiedtour ist nicht das Ende der Band


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Obwohl sich Kiss auf ihrer Abschieds-Tour befinden, ist Sänger Paul Stanley überzeugt, dass Fans die Band danach auch weiterhin sehen werden können.

Er glaubt, dass es Kiss auch in Zukunft „in der einen oder anderen Form“ geben wird. „Wir sind noch lange nicht fertig. Ich würde gerne sagen, dass dies das Ende der Straße ist („End of the Road“, nach der die Tour betitelt ist), aber es werden immer mehr Straßen gepflastert“, sagte er zu „Ultimate Classic Rock“. Der Musiker ist überzeugt, dass Kiss „wie eine Armee oder ein Sportteam“ immer weiter macht. „Wenn der wertvollste Spieler nicht mehr spielt oder sich zurückzieht, gibt das Team nicht auf. Auf einem Schlachtfeld schwenkt eine Armee, wenn sie Soldaten verliert, nicht die weiße Flagge. Jemand anderes nimmt die Waffe und rennt vorwärts“, erklärte er. Das klingt so, als dürften bald neue – jüngere – Musiker hinter dem Kiss-Makeup verschwinden.

Stanley ist überzeugt, dass sich Kiss auch ohne ihn „weiterentwickeln“ und überleben kann. Der 70-Jährige findet es auch nicht schlimm, wenn Bands nur noch mit einem oder gar keinem Originalmitglied touren. In einem Interview 2018 ergänzte er, Musiker verlassen ihre Band nicht über Nacht, sondern das ist „eine Reihe von Veränderungen“. Er könne sich auch vorstellen, dass ein anderer Sänger seinen Job macht. Allerdings sollte dieser dann keine eins-zu-eins-Kopie von ihm sein.

Band-Kollege Gene Simmons reize die Vorstellung einer Tour ohne originale Mitglieder ebenfalls. „Es könnte und sollte eine Kiss-Show geben, eine Show mit Effekten und allem anderen, aber auch eine halbautobiografische Sache über vier Schwachköpfe aus den Straßen New Yorks, die im letzten Konzert-Drittel als ausgewachsene Feier endet“, sagte er in einem Interview Anfang des Jahres. Dabei denkt er an Auftritte wie die der Blue Man Group – aber auch ABBAs Hologramm-Show „Voyage“ könnte als Inspiration diesen. Obwohl Stanley letztere noch nicht gesehen hat, ist er davon begeistert, erzählte er im Interview.

Bevor die Musiker ihren Auftritt als Hologramme planen können, stehen für die Bands noch Live-Konzerte an. Im Juni und Juli spielen sie fünf in Deutschland.