Xavier Naidoo: Einspruch gegen Auftrittsverbot in Rostock


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Geht es nach Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, soll Xavier Naidoo am 22. August 2021 nun doch in der Stadthalle Rostock auftreten dürfen. Madsen, der keiner Partei angehört, legte Einspruch gegen den Bescheid der Bürgerschaft ein  — das berichtet unter anderem „Der Spiegel“. Die Stadt teilte demnach am Mittwoch (2. Juni 2021) mit, dass sich Madsen den Bedenken der Stadtverwaltung gegenüber dem Auftrittsverbot anschließe.

Die Begründung der Stadt — und was nun passiert

Die Stadt Rostock erklärte, dass öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle „zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet“ seien. Es sei nicht rechtens, Veranstalter oder Künstler aufgrund verschiedener politischer oder religiöser Ansichten auszuschließen. Des Weiteren sprach die Stadtverwaltung von einem drohenden Imageverlust und Problemen bei eventuellen ähnlichen Fällen.

Jedoch ist trotz des Einspruchs des Oberbürgermeisters nicht sicher, ob das Konzert tatsächlich stattfinden kann. Der Einspruch hat nur eine aufschiebende Wirkung — somit muss sich die Bürgerschaft erneut mit dem Thema befassen, erklärt das Magazin. Im Falle einer weiteren Unstimmigkeit könne der Fall dem Innenministerium als Kommunalaufsicht vorgelegt werden.

Worum es bei dem Auftrittsverbot ging

Die Stadtbürgerschaft Rostock hatte Naidoo bei der Sitzung am 19. Mai 2021 Nähe zur Verschwörungstheoretikern und der sogenannten „Reichsbürger“- und „Q’Anon“-Bewegungen attestiert. Beschlossen wurde damals ein Auftrittsverbot, das sich allerdings nur auf die Stadthalle in Rostock — einer kommunalen Einrichtung — beschränkt.

Naidoos wirre Theorien

Naidoo war in den vergangenen Jahren immer wieder mit kruden Verschwörungstheorien aufgefallen. So glaubt er unter anderem, dass die Mächtigen Kinderblut („Adrenochrom“) trinken und weinte in einem Video wegen der angeblichen Versklavung der Kinder. Ebenfalls in seiner Welt vorhanden: Echsenmenschen, Flat-Earth-Theorien und Corona als Lüge des Systems. Der Musiker verbreitet zudem QAnon-Verschwörungstheorien, lobte einen Reichsbürger, bezeichnet sich selbst als Rassist und verbrüderte er sich noch mit Attila Hildmann.