Xavier Naidoo im „Musikexpress“: „Ich bin Rassist, aber …“

ROLLING-STONE-Fundstück 20. November 2015

Populistische Auftritte bei Montagsdemos sowie der Glaube, dass Deutschland noch immer ein „besetztes Land“ sei: Xavier Naidoo, einer der erfolgreichsten deutschen Sänger, redete sich mit seinen Aussagen längst um Kopf und Kragen.

Hinweise auf die Gesinnung des Schmusesängers gibt es schon länger. In einem Musikexpress-Interview von 1999 gab er zu Protokoll: „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe. Ich bin nicht mehr Rassist als jeder Japaner auch“. Was er mit diesen kruden Sätzen gemeint hat, erklärt er nicht.

Gleichzeitig bringt Naidoo ins Spiel, wie wichtig ihm Gott und seine Heimatstadt Mannheim sind.

Auszüge:

Naidoo: Mir ist Gott und danach der Mensch als seine Schöpfung heilig. Und bevor ich irgendwelchen Tieren oder Ausländern Gutes tue, agiere ich lieber für Mannheim.“

Musikexpress: Sieh an: Xavier, der Rassist?
Ja. Aber ein Rassist ohne Ansehen der Hautfarbe. Ich bin nicht mehr Rassist als jeder Japaner das auch ist.

Ist ein Amerikaner weniger wert als ein Mannheimer?
Natürlich nicht. Aber ich muß als erstes sagen: Bevor ihr uns diktiert, was wir zu tun haben, hört erst mal auf, uns mit eurer Musik zuzuscheißen. Alles ist amerikanisiert. Da muß ich doch wie ein Gallier dagegen angehen, gegen diese blinde Verherrlichung Amerikas. Gegen die Art, wie Amerika mit der Welt umgeht. Keine Demut, keine Achtung. Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein. Und als Schwarzer kann ich das ohne irgendwelche Hintergedanken sagen. Wie würden sich die Mannheimer fühlen, wenn ich plötzlich nach Monaco ziehe und dort meine Steuern zahle?

Immerhin bekommst du dein Geld von einem japanischen Plattenkonzern.
Deshalb will ich ja einen eigenen Vertrieb für meine Platten aufbauen.

>>> Xavier Naidoo im Musikexpress

https://www.rollingstone.de/ben-becker-blamiert-sich-als-ansager-der-boehsen-onkelz-366790/


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