HipHop: Die 10 besten Songs der Neunziger
Die besten Hip-Hop-Songs der 90er – von 2Pac bis Dr. Dre: die komplette Top-10 im Überblick.
In den späten Achtzigern stieß N.W.A eine Gangsta-Rap-Revolution an, die die Karrieren der größten Solostars der Neunziger (Dr. Dre, Ice Cube) startete und eine Vorlage für den neuen Sound des Hip-Hop schuf. Das umfangreiche Aufgebot an Rap-Größen des Jahrzehnts reicht von bestätigten Ikonen wie Tupac und Biggie bis zu Novelty-Acts wie Vanilla Ice. Doch übergreifend hat sich der Hip-Hop jener Ära als erstaunlich langlebig erwiesen.
10. 2Pac, „Hit ’Em Up“
Drake und Meek Mill können es weiter versuchen, doch der größte Diss-Track des Hip-Hop ist bereits gemacht: 2Pacs „Hit ’Em Up“. Der Westküsten-Rapper klingt beinahe vergnügt, während er Biggie und den Rest seiner Ostküsten-Kollegen zerlegt, behauptet, mit der Ehefrau seines Feindes geschlafen zu haben, und sich über die Sichelzellenanämie-Diagnose von Mobb Deeps Prodigy lustig macht. Das Video geht ebenso hart zur Sache und zeigt Imitatoren von P. Diddy, Biggie und Lil Kim.
9. Snoop Dogg, „Gin & Juice“
Der Lieblingskiffer des Hip-Hop schuf mit dieser lässigen Partyhymne ein Stück G-Funk-Perfektion. Wer könnte diesen einfachen, gesungenen Refrain und seine unvergessliche Schlusszeile vergessen: „with my mind on my money and my money on my mind“?
Zusammen mit „What’s My Name?“, seiner Debütsingle als Solokünstler, half „Gin & Juice“, Snoops Solokarriere anzuschieben und den kritischen wie kommerziellen Erfolg seines Debüt-LPs „Doggystyle“ zu sichern.
8. Ice Cube, „It Was a Good Day“
Ice Cube legte eine kurze Pause von der Schilderung seiner typischerweise düsteren Geschichten aus dem Ghettoleben ein, um einem seiner besseren Tage Lob zu zollen. „It Was a Good Day“ präsentiert eine alltäglichere Geschichte, als Cube-Fans sie vom ehemaligen N.W.A-Mitglied gewohnt waren.
Als Beleg seines Talents lässt er einen Tag voller einfacher Freuden – Gras rauchen, durch die Stadt cruisen, „Yo! MTV Raps“ schauen – wie den besten überhaupt klingen.
7. The Notorious B.I.G., „Juicy“
Biggies Debüt „Ready to Die“ war aus mehreren Gründen innovativ, doch seine geschickte Balance zwischen Club-Bangern und Hood-Storytelling ist womöglich sein markantestes Merkmal, am besten repräsentiert durch „Juicy“.
Mehr als 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung klingt der Track noch immer so schillernd wie damals, und Biggies Rückblick auf all jene, die nicht an sein Talent glaubten, bleibt so tränenrührend wie eh und je.
6. Nas, „N.Y. State of Mind“
„Illmatic“ wurde dank seiner klaren, scharfsinnigen Darstellung des Ghettolebens zu einem Klassiker. Nas’ Fähigkeiten als Geschichtenerzähler hoben das Rap-Spiel der Neunziger auf ein neues Niveau. Und auf einem Album voller ikonischer Tracks ragt „N.Y. State of Mind“ heraus.
Vom flinken Flow des MC bis zu den warmen Vintage-Jazz-Samples fühlt sich an dem Song alles zugleich entspannt und dringlich an. Er umfasst alles, wofür sein Autor – und NYC insgesamt – in diesem Moment stand.
5. Digable Planets, „Rebirth of Slick (Cool Like Dat)“
Das Jazz-Rap-Trio Digable Planets erreichte womöglich nicht denselben Bekanntheitsgrad wie ihre Kollegen A Tribe Called Quest und De La Soul. Doch mit „Rebirth of Slick“ produzierten sie dennoch einen luftigen, eingängigen Mega-Hit.
Zwischen dem pulsierenden Bass und dem ansteckenden Refrain „I’m cool like dat“ ist es kein Wunder, dass die Single die Billboard Top 20 erreichte. Versierte Neunziger-Rap-Fans jubelten, als Digable-Planets-Mitglied Ishmael „Butterfly“ Butler mehr als 15 Jahre später mit den kopflastigen, avantgardistisch angehauchten Shabazz Palaces wieder auftauchte.
4. Vanilla Ice, „Ice Ice Baby“
Vanilla Ices Novelty-Hit und einziger Charterfolg ist die Art von Hip-Hop-Track, zu dem jeder mitrappen kann. Und das ist ein wesentlicher Teil seiner Anziehungskraft.
Angetrieben von einer markanten Basslinie, entlehnt aus Queens und David Bowies „Under Pressure“, bleibt „Ice Ice Baby“ einer der unwiderstehlich eingängigsten Songs der Neunziger. Ein Track, der sich deutlich besser gehalten hat, als viele zeitgenössische Kritiker vorausgesagt hätten.
3. 2Pac featuring Dr. Dre und Roger Troutman, „California Love“
Tupac Shakur herrschte während seiner viel zu kurzen Karriere als König von Kalifornien, daher ist es passend, dass er eine langlebige Hymne für seine Heimat schuf. Unterstützt von Dr. Dre ermöglichte diese Single aus dem Jahr 1995 ’Pacs Comeback nach der Haft. Und begründete seine Beziehung zu Suge Knight und Death Row Records.
2. Beastie Boys, „Sabotage“
Rapcore erreichte mit der härtesten Single der Beastie Boys, „Sabotage“, einen ästhetischen Höhepunkt. In Anknüpfung an ihre Tage im Hardcore-Punk zeigten Ad-Rock, MCA und Mike D ihre Fähigkeiten an Gitarre, Bass und Schlagzeug. Sie schufen eine kreischende Explosion aus Noise-Funk-Güte.
Das von Spike Jonze inszenierte Video mit seinen Anspielungen auf kitschige Krimiserien wie „Hawaii Five-O“ und „Starsky and Hutch“ erwies sich als ebenso einprägsam wie der Song selbst.
1. Dr. Dre featuring Snoop Dogg, „Nuthin’ But a ‘G’ Thang“
Die erste Single aus Dr. Dres Solodebüt von 1992, „The Chronic“, enthält nicht nur einen der einprägsamsten Beats der Neunziger. Sie ist auch der Track, der dem ehemaligen N.W.A-Mitglied als eigenständigem Star den Weg in die Hip-Hop-Stratosphäre ebnete. Ebenso wichtig: Der Song stellte der Welt den Rapper vor, der damals als Snoop Doggy Dogg bekannt war. Und im folgenden Jahr sein eigenes Debüt „Doggystyle“ veröffentlichte.