Bob Weir: Die 11 besten Songs
Bob Weirs wichtigste Songs: Ein Überblick über 11 prägende Grateful-Dead-Stücke des Musikers, der das Erbe der Band bewahrte.
Bob Weir war der Jedermann im Herzen der Grateful Dead, derjenige, der die Füße der Band auch bei ihren weitesten Erkundungen auf dem Boden hielt. In den ersten 30 Jahren der Bandgeschichte war er ein unverzichtbares Gegenstück zu Jerry Garcia. Er war fest im instrumentalen Gesamtklang verankert, rollte mit jedem ausgedehnten Jam mit, und wenn er den Leadgesang übernahm, wurden seine Songs zu Standards.
Nach Garcias Tod im Jahr 1995 übernahm Weir eine Schlüsselrolle dabei, die Flamme der Band am Leben zu halten, indem er ihr Material bis in den Sommer 2025 hinein mit eigenen Projekten sowie mit Dead & Company vor neuem Publikum spielte.
Hier sind 11 Songs, für die wir uns an ihn erinnern werden.
„The Other One“
Dieser Song erschien zunächst als dritter Teil einer vierteiligen Suite auf dem zweiten Album der Dead, „Anthem of the Sun“ von 1968. Doch während der Rest dieser ausufernden psychedelischen Vision bald aus dem Blickfeld verschwand, blieb Weirs Beitrag – eine seltene Co-Autorenschaft mit Schlagzeuger Bill Kreutzmann – über viele Jahre hinweg ein geliebtes Element ihrer Setlists.
Die Zeile „the heat came round and busted me for smiling on a cloudy day“ basierte auf einer wahren Begebenheit. „Ich wurde verhaftet, weil ich einen Wasserballon auf einen Polizisten geworfen habe“, erinnerte sich Weir in der mündlichen Geschichte der Dead von Blair Jackson und David Gans aus dem Jahr 2015, „This Is All a Dream We Dreamed“. „Er führte eine illegale Durchsuchung eines Autos durch, das einem Freund von mir gehörte, direkt unterhalb von 710 Ashbury … Ich hielt das für eine illegale Durchsuchung, und das machte mich wütend. Außerdem lief zu der Zeit im Haus gerade eine Wasserballonschlacht.“ —Simon Vozick-Levinson
„Truckin’“
Die Grateful Dead schrieben das gemächlich rollende „Truckin’“ gemeinsam, doch Bob Weir beanspruchte den Leadgesang für sich, was bedeutete, dass er eine der prägendsten Textzeilen des 20. Jahrhunderts singen durfte: „What a long, strange trip it’s been.“ Seine Rhythmusgitarre verankert den herrlich zotteligen Groove des Songs, der sich wie eine zum Leben erweckte Figur aus einem Robert-Crumb-Comic vorwärts bewegt.
Das ist passend, denn der Refrain entlehnt sich tatsächlich einem Crumb-Cartoon, der seinerseits von einer Textzeile des Bluesmusikers Blind Boy Fuller inspiriert war. —Brian Hiatt
„Sugar Magnolia“
Die Dead spielten „Sugar Magnolia“ mehr als 600 Mal – und das aus gutem Grund. Gemeinsam mit dem langjährigen Dead-Texter Robert Hunter geschrieben, ist es eine sonnige Hommage, die Weir für seine Freundin Frankie verfasste, mit der er Anfang der Siebzigerjahre zusammenlebte. („Takes the wheel when I’m seeing double / Pays my ticket when I speed“ – dieser Frau gebührt wirklich ein Heiligerstatus.)
Das Highlight von „American Beauty“ wurde zu einer freudigen Hymne für Deadheads, meist der euphorischste Moment jeder Show, manchmal ergänzt um eine psychedelische „Sunshine Daydream“-Coda – je länger und jamlastiger, desto besser. Der Song hat zudem einen denkwürdigen Auftritt in Runaway Bride, als Julia Roberts beinahe einen Deadhead heiratet – es dann aber doch nicht tut. Ein Fehler ihrerseits. —Angie Martoccio
„Playing in the Band“
Robert Hunters Text entwirft das Bild eines ur-hippiesken Mystikers, der die bürgerliche Welt hinter sich lässt: „Standing on a tower, world at my command / You just keep on turning while I’m playing in the band.“ Weirs ehrlicher Gesang bewahrte diese Worte davor, selbstgefällig zu wirken – so, wie er sie singt, befindet er sich auf einer aufrichtigen, offenen Reise.
Die Musik, die er für „Playing in the Band“ komponierte, erwies sich als bemerkenswert flexibel: Der instrumentale Mittelteil wurde über Jahrzehnte hinweg zur Heimat einiger der weitreichendsten Bühnenjams der Dead, nachdem der Song 1971 erstmals veröffentlicht worden war. —S.V.L.
„Me and My Uncle“
Der Legende nach schrieb John Phillips diese ausgelassene Cowboy-Geschichte um 1963 in einem betrunkenen Dunst, so betrunken, dass er sich später nicht einmal mehr an das Schreiben erinnerte. Der Song wurde von vielen gecovert, darunter Judy Collins und Joni Mitchell, doch die definitive Version gehört Weir, der ihn zum meistgespielten Song der 30-jährigen Karriere der Dead machte.
Er ließ einen wirklich glauben, selbst in diesem Saloon gestanden zu haben, schweißgebadet bei dem schicksalhaften Kartenspiel. Und die brutale Wendung in den Schlusszeilen verkaufte er wie kein anderer. —S.V.L.