Antisemitismus-Vorwurf! Sendung von Stefan Raab bei RTL+ gelöscht
RTL entfernt einen Einspieler aus Stafan Raabs Sendung über das „Dschungelcamp“. Grund: antisemitische Klischees über Gil Ofarim – und das ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag.
Seit Stefan Raab mit seinem Comeback bei RTL an den Start ging, macht er regelmäßig Schlagzeilen. Diese beschäftigen sich allerdings eher mit niedrigen Einschaltquoten oder Kritik, dass er aus der Zeit gefallen sei. Nun steht er mit einer weiteren Kontroverse im Fokus: Sein Sender RTL nahm einen Beitrag von RTL+.
Es geht um die erste Ausgabe von Stefan Raabs „Die halbe Stunde nach der Stunde danach“, die am Dienstag, 27. Januar ausgestrahlt wurde. Hierbei bespricht der Moderator aktuelle Geschehnisse aus der diesjährigen Staffel des „Dschungelcamps“ und die dazugehörigen Kandidaten.
Nun, eine Woche nach der Veröffentlichung, werden Stimmen laut, dass ein Beitrag in der Sendung gegenüber einem der Kandidaten antisemitisch gewesen sein soll. Zunächst wurde darüber im Podcast zu „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ gesprochen.
Am Dienstag (03. Februar) schrieb auch die „Jüdische Allgemeine“ darüber. Es geht um einen Einspieler über den jüdischen Sänger Gil Ofarim, der in der diesjährigen Staffel des „Dschungelcamps“ dabei ist. Besonders brisant: Das vermeintlich diskriminierende Material wurde am internationalen Gedenktag des Holocausts gesendet.
„Betrüger-Gen“ für Gil Ofarim
Im Beitrag wurde dem Sänger ein „Betrüger-Gen“ zugewiesen, das er wohl von einem gewissen „Onkel Samuel“ habe. Anschließend war laut der „Jüdischen Allgemeine“ ein „orientalisch aussehender Mann zu sehen, der auf einem Markt hektisch Äpfel in seinem Einkaufstrolley verschwinden lässt“. Zudem wurden tanzende ultraorthodoxe Juden zur Musik des Sängers gezeigt.

Hierzu hieß es dann: „Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet.“ Für Irritation und Verärgerung sorgte vor allem das attestierte „Betrüger-Gen“, das sich recht klar antisemitischer Klischees (der Jude als Wucherer und Betrüger) erkennen lässt.
RTL reagiert auf die Kritik
Der Sender RTL zog daraufhin Konsequenzen und gab am Dienstag ein Statement ab. Man prüfe die Kritik und wolle die Sequenz auch einordnen: „Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls. Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person.“
Weiter hieß es: „Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz. RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“
Als Konsequenz wurde die erste Ausgabe von Stefan Raabs Sendung auf YouTube gekürzt und beim Streaming-Portal RTL+ sogar ganz entfernt. Der Moderator selbst gab bisher kein Statement zur Kontroverse ab.