Melania Trump hat jetzt Jonny Greenwood und P.T. Anderson als Gegner
Jonny Greenwood und Paul Thomas Anderson verlangen, dass Musik aus „Phantom Thread“ aus Brett Ratners Doku „Melania“ entfernt wird.
Radiohead-Musiker Jonny Greenwood und Regisseur Paul Thomas Anderson haben gefordert, dass ein Teil der Filmmusik aus „Phantom Thread“ aus Brett Ratners neuer Dokumentation „Melania“ entfernt wird.
Zwar verfügt „Melania“ über eine eigene Filmmusik, komponiert von Tony Neiman. Der Film enthält jedoch auch mehrere auffällige Musikeinspielungen. Darunter einen Ausschnitt aus Greenwoods Oscar-nominierter Musik zu „Phantom Thread“.
In einer neuen Stellungnahme erklärten Greenwood und Anderson, sie seien über die Nutzung der Musik erst nach Veröffentlichung des Films informiert worden.
Erklärung zu Vertragsverstoß
„Obwohl Jonny Greenwood nicht der Inhaber des Urheberrechts an der Filmmusik ist, hat Universal es versäumt, Jonny über diese Nutzung durch Dritte zu informieren, was einen Verstoß gegen seinen Komponistenvertrag darstellt“, erklärte ein Sprecher. „Aus diesem Grund haben Jonny und Paul Thomas Anderson darum gebeten, die Musik aus der Dokumentation zu entfernen.“
Vertreter von Amazon MGM, das „Melania“ produziert hat, sowie von Universal Pictures reagierten zunächst nicht auf Anfragen von ROLLING STONE.
Neben der Musik aus „Phantom Thread“ enthält „Melania“ auch Songs von Michael Jackson, Aretha Franklin, Elvis Presley, James Brown und weiteren Künstlern. Eine besonders auffällige Musikeinspielung ist „Gimme Shelter“ von den Rolling Stones, das während der Eröffnungssequenz der Dokumentation zu hören ist.
Musikrechte und politische Kontroversen
Obwohl die Rolling Stones Präsident Donald Trump wiederholt aufgefordert haben, ihre Musik nicht bei Wahlkampfveranstaltungen zu verwenden, besitzt die Band keine Rechte an ihren Aufnahmen vor 1971. Darunter auch an „Gimme Shelter“ aus dem Jahr 1969.
„Melania“, das Ende Januar veröffentlicht wurde, soll Berichten zufolge rund 75 Millionen Dollar für Produktion und Marketing gekostet haben. Die ungewöhnlich hohen Kosten haben Fragen aufgeworfen, ob Amazon das Projekt unterstützt hat, um sich bei der Trump-Regierung Vorteile zu sichern. Insbesondere, da der Technologiekonzern und sein Gründer Jeff Bezos weitere Geschäftsbeziehungen mit der US-Regierung unterhalten.
Ein Sprecher von Amazon MGM wies solche Vermutungen zuvor zurück. Er erklärte, man habe den Film „aus einem einzigen Grund lizenziert – weil wir glauben, dass die Kunden ihn lieben werden“. Seit der Veröffentlichung vor zwei Wochen hat „Melania“ rund 13 Millionen Dollar eingespielt.
Brett Ratners Rückkehr ins Filmgeschäft
„Melania“ ist zudem das erste größere Projekt von Brett Ratner seit mehr als zehn Jahren, nachdem der Regisseur von mehreren Frauen der sexuellen Nötigung beschuldigt wurde. Ratner hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Wie ROLLING STONE zuvor berichtete, beschrieb eine beteiligte Person die Produktion als „stark unorganisiert und sehr chaotisch“. Ein weiteres Mitglied des Produktionsteams sagte: „Ich fühle mich mit dem propagandistischen Element dieses Films etwas unwohl. Aber Brett Ratner war der schlimmste Teil der Arbeit an diesem Projekt.“