Trumps Weißes Haus nutzt Drakes „Iceman“ für die MAGA-Agenda

Die Trump-Administration setzt ihren Trend fort, Popkultur-Momente in provokante Social-Media-Posts zu verwandeln – diesmal mit Drakes „Iceman“.

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Das Weiße Haus hat sich eine Auszeit vom Iran-Krieg und der galoppierenden Inflation gegönnt, um Drakes „Iceman“ mit einem auf Empörung ausgelegten Social-Media-Post zu feiern.

Auf dem offiziellen Account des Weißen Hauses teilte die Trump-Administration ein Bild, das das „Iceman“-Cover parodiert: Ein diamantenbesetzter Handschuh hält eine ebenso aufwendig verzierte Kette mit dem Schriftzug MAGA. „ICED OUT“, schrieb das Weiße Haus dazu.

Der Post war ein weiterer Versuch, kulturelle Relevanz zu erhaschen – eine Praxis, die das Weiße Haus regelmäßig betreibt: Hits oder Künstler des Moments werden im MAGA-Sinne umgedeutet, oft zum Verdruss der betroffenen Musikerinnen und Musiker. Ende letzten Jahres nutzte das Weiße Haus Clips von Sabrina Carpenter, um die Agenda der Einwanderungsbehörde ICE zu bewerben. Als ihr Song „Juno“ in einem dieser ICE-Videos auftauchte, reagierte Carpenter unmissverständlich: „Dieses Video ist böse und widerlich. Benutzt niemals mich oder meine Musik, um eure unmenschliche Agenda voranzutreiben.“

Rodrigo, Carpenter, Drake

In einem ähnlichen Video posteten das Weiße Haus und das Department of Homeland Security Aufnahmen von ICE-Razzien und Festnahmen – unterlegt mit Olivia Rodrigos Song „All-American Bitch“. Rodrigo antwortete auf Instagram: „Benutzt niemals meine Songs, um eure rassistische, hasserfüllte Propaganda zu verbreiten.“

Drake, der aus Kanada stammt – jenem Land, das Trump bekanntlich zum „51. Bundesstaat“ erklären möchte –, hat sich zu dem Post des Weißen Hauses bislang nicht geäußert.

Trump selbst scheint von Drake und dem Rapper-Streit der vergangenen Jahre kaum Notiz genommen zu haben – einschließlich des Beef mit Kendrick Lamar. Auf die Frage, wer den Lamar-Drake-Konflikt gewonnen habe, antwortete Trump: „Keine Ahnung.“

Daniel Kreps schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil