„Major Tom“ bis „Free Bird“: Die wildesten WM-Torjubel-Songs im Check

Von Lynyrd Skynyrd bis Blackpink: Die WM 2026 hat 48 Torjubel-Songs – und Deutschland schickt Peter Schilling ins Rennen. Eine Auswahl im Überblick.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Eine WM mit vielen Neuerungen: neue Werbezeiten im Deckmantel einer Trinkpause, ein Torhüter, der über Nacht Millionen neue Follower generiert, und ein KI-generierter Hitler auf der Deutschland-Tribüne. Bei dieser WM scheint alles möglich.

Auch musikalisch.

Denn jede teilnehmende Fußballnation durfte einen Song als Torjubel einreichen. Was kann da nur schiefgehen?

Peter Schilling International

Die Deutschen sind in Übersee vor allem für Lederhosen und Brezeln bekannt – eine Sichtweise auf Deutschland, die als Werbekampagne von Markus Söder hätte durchgehen können. Doch seit dieser WM erweitern wir unser Bild in fremden Ländern durch unsere „größten Hits“. Der DFB gab als Torjubel-Song „Major Tom“ von Peter Schilling bei der FIFA ab – das ist ab jetzt Deutschland. Beim 7:1 gegen Curaçao durften Menschen weltweit zu „vööööllig losgelöst von der Erdeeee!!!“ Deniz Undav dabei zusehen, wie er Nagelsmann einen Denkzettel verpasst.

Doch wie kam Deutschland überhaupt zum losgelösten Hit? Zunächst hatte Deutschland „Kernkraft 400“ von Zombie Nation als Torhymne. Das war zwar eine schöne Melodie, die sich mit „dö dö dö döö dö“ begleiten ließ, jedoch brachte Tommi Schmitt im Podcast „Copa TS“ die Idee, „Major Tom“ als Torhymne vorzuschlagen. Adidas nahm „Major Tom“ als Soundtrack eines EM-Werbespots 2024 auf, und eine Petition, die für den Torjubel warb, brachte den DFB schließlich dazu, Peter Schilling zum Urheber des offiziellen DFB-Jubels zu machen.

48 Teams, 48 Musikgeschmäcker

Deutschland hat also Peter Schilling – aber was macht der Rest der Welt? Bei 48 Teams gibt es 48 sehr unterschiedliche Musikgeschmäcker. Hier eine kleine Auswahl.

Am besten wählt man einen Song, der für ein Land steht, dessen Kultur widerspiegelt und die Fans von der Tribüne reißt. Bei den USA könnte das entweder die Nationalhymne mit eingeblendetem Eagle sowie Gunshot-Sounds und der Zeile „What the Fuck is a Kilometer?“ sein – oder man wählt den Song, der für „Freiheit“ steht wie kein anderer: ein Gitarrensolo, zu dem Elon Musk auf Wasserski eine M16 gen Himmel abfeuern könnte. Es ist „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd. Der feuchte Traum eines Gitarristen erklingt somit bei jedem Tor der USA.

Aber was machen unsere europäischen Nachbarn? Während die Schweizer Nati „Freed from Desire“ ist, feiern die Tschechen jedes Tor mit einer der bekanntesten Basslines – „Seven Nation Army“. Mexiko kommt seiner Tradition mit „El Son de la Negra“ nach, und das Stadion verwandelt sich bei Toren Südkoreas mit Blackpinks „Jump“ in einen Club. Während andere Nationen auf partytaugliche Instrumentals ohne besondere Lyrics setzen, scheint Deutschland eine perfekte Repräsentation gefunden zu haben – einen Song, der auch nach dem fünften Bier noch funktioniert und mit dem die Nation versucht, buchstäblich auf der Neuen Deutschen Welle bis zum Titel zu reiten.

Warum denkt Campino, dass es manchmal gut ist, einfach mal den Mund zu halten? Antwort liefert er in unserer Titelgeschichte zum großen Abschied der Toten Hosen. Dem Heft liegt weltexklusiv die 7-Inch-Single „Immer nur geliebt“ bei. Die ROLLING-STONE-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.