Besuchen die Knicks Trump im Weißen Haus?
Trump badet gern im Glanz von Meisterteams – doch mit einem NBA-Champion hat das bislang nie geklappt. Jetzt könnte sich das ändern.
Die New York Knicks sind NBA-Champion, und schon dreht sich alles um die Frage: Fahren sie ins Weiße Haus, um den Titel mit Donald Trump zu feiern?
Trump ist bekanntlich gut befreundet mit Knicks-Eigentümer James Dolan, der den Präsidenten eingeladen hatte, Spiel 3 der NBA Finals im Madison Square Garden zu verfolgen. Trump nahm an – und sorgte damit für logistisches Chaos rund um die Arena. Als er während der Nationalhymne auf dem Bildschirm zu sehen war, in Dolans Loge, umgeben von mehreren Kabinettsmitgliedern, wurde er von den New Yorkern lautstark ausgebuht. Die Knicks verloren das Spiel.
Dolan erklärte am Mittwoch in einem Radioauftritt, Trump habe das Team ins Weiße Haus eingeladen und das Team habe zugesagt. Wann der Besuch stattfinden soll und ob die gesamte Mannschaft dabei sein wird, ist allerdings noch offen.
Hart und die alten Posts
Einige Knicks-Spieler haben in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund genommen, was ihre Abneigung gegen den Präsidenten betrifft. Starting Guard Josh Hart bezeichnete ihn in mittlerweile gelöschten Social-Media-Posts wiederholt als „dumbass“. Am Tag der Wahl 2020 schrieb Hart: „YESSIR!!!! GET TRUMP’S DUMBA** OUT THE WHITE HOUSE!!!!!!“
Der sechs Jahre alte Post tauchte wieder auf, nachdem Dolan Trump zu Spiel 3 eingeladen hatte. Auf die Ankündigung, dass Trump erscheinen würde, reagierte Knicks-Center Karl-Anthony Towns mit einer subtilen Spitze gegen die Sicherheitsmaßnahmen – darunter abgesagte Watch-Partys vor dem MSG –, die die Stadt zu spüren bekam. „Die Fans haben das Recht verdient, Finals-Basketball hier im Madison Square Garden zu sehen“, sagte er auf einer Pressekonferenz vor dem Spiel, als er auf die Störungen angesprochen wurde.
Nicht alle Meister wollten ihren Triumph mit dem umstrittenen Präsidenten teilen – und Trump war seinerseits nicht immer großzügig mit Einladungen. Die New York Liberty, WNBA-Meisterinnen 2025, erhielten gar keine Einladung ins Weiße Haus. Das goldmedaillengewinnende US-Fraueneishockeyteam bekam eine erst nach öffentlichem Druck – und lehnte am Ende ab. 2018 zog Trump seine Einladung an die Philadelphia Eagles zurück, nachdem mehrere Spieler des Meisterteams öffentlich erklärt hatten, nicht kommen zu wollen.
NBA und Trump: eine lange Eiszeit
Dass NBA-Teams dem Präsidenten die kalte Schulter zeigen, ist wenig überraschend. Trump hat die Liga wiederholt als zu liberal und zu nachsichtig gegenüber politischem Engagement der Spieler attackiert – vor allem wenn es um Bewegungen wie Black Lives Matter geht – und Superstars wie Steph Curry und LeBron James öffentlich ins Visier genommen. Die Golden-State-Warriors-Meisterteams von 2017 und 2018 besuchten Trump nicht; 2017 zog er seine Einladung wütend zurück, als bekannt wurde, dass Curry – ein bekennender Demokrat – erwäge, dem geplanten Termin fernzubleiben. Die Toronto Raptors kamen nach dem Titelgewinn 2019 nicht ins Weiße Haus, die Los Angeles Lakers nach dem Meistertitel 2020 ebenfalls nicht. Auch die Oklahoma City Thunder, NBA-Champions 2025, lehnten eine gemeinsame Feier mit Trump ab.
YESSIR!!!! GET TRUMP’S DUMBASS OUT THE WHITE HOUSE!!!!!!
— Josh Hart (@joshhart) November 7, 2020
Die Knicks stehen nun kurz davor, diese Reihe zu durchbrechen – vorausgesetzt, Dolan setzt sich durch. Jener Dolan, der für seinen ausgeprägten Kontrollwahn, sein Misstrauen und seine Rachsucht bekannt ist und seinen Spielern einst sogar zehn Wochen sexuelle Enthaltsamkeit auferlegt haben soll.