Trump dreht durch und droht mit Gefängnis wegen des Reflecting-Pool-Debakels

Der Präsident macht angebliche „Vandalen“ für den Algenbefall und die abblätternde Farbe in seinem neuesten Eitelkeitsprojekt verantwortlich.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Donald Trump hat erneut damit gedroht, die angeblichen „Vandalen“ strafrechtlich zu verfolgen, die seiner Darstellung nach den Lincoln Memorial Reflecting Pool in eine algenbefallene Brühe verwandelt haben – während die Farbe, für deren Auftrag die Regierung Millionen an Steuergeldern ausgegeben hat, bereits wieder abblättert.

Die schlampige, überstürzte „Renovierung“, die über einen überteuerten freihändigen Auftrag abgewickelt wurde, ist natürlich nicht das Problem – ebenso wenig wie die seit Langem bekannten Filtrationsprobleme des Beckens, vor denen Experten gewarnt hatten, dass eine Epoxidschicht sie nicht beheben würde. Nein, der Präsident hat entschieden, dass seine Blamage auf das Konto namenloser, unsichtbarer Saboteure geht, die sein jüngstes Prestigeprojekt torpedieren.

„Von den VIELEN Statuen und Brunnen, die wir neu errichtet, renoviert, gereinigt und instand gesetzt haben, wurde nur der Reflecting Pool vandalisiert – und darum wird sich SOFORT gekümmert!“, schrieb Trump am Montagmorgen auf Truth Social.

„Er hat einen 90 Meter langen Schnitt erhalten, Chemikalien wurden illegal ins Wasser eingeleitet, und das wunderschöne neue Rasenstück wurde mit einem riesigen, chemisch eingeätzten ‚86 47′ zerstört (wahrscheinlich von dem korrupten Cop James Comey inspiriert!). Bitte denkt daran, dass auf die Zerstörung oder auch nur den Versuch der Zerstörung solcher Dinge eine Gefängnisstrafe von 10 Jahren steht – und die wird voll durchgesetzt“, fügte er hinzu.

Der Präsident beharrt seit Tagen darauf, dass die Probleme mit dem Becken das Ergebnis einer linken Verschwörung seien, die ihn in Misskredit bringen solle.

Am Samstag schrieb er, der Pool habe nach der Wiederbefüllung „einwandfrei funktioniert“, „einschließlich der spiegelglatten Oberfläche, die die beiden großen Monumente perfekt widerspiegelt, wie es vorher nie der Fall war!“ (Der Reflecting Pool spiegelte die Monumente tatsächlich schon seit Jahrzehnten.) „Was diese schrecklichen Vandalen getan haben, ist eine wahre Beleidigung für die Präsidenten George Washington und Abraham Lincoln.“

2 Rollen Trump Toilettenpapier,mit 2 Skurrile und Witzige Designs Klopapier,WC Papier Lustig,Weich Bedruckt,Lustiges Geschenk
Kundenbewertungen
 Preis: € 13,99 (€ 3,50 / Blätter) Buy now at Amazon* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Trump behauptete, die Vandalen hätten neben dem angeblichen Schnitt in die Auskleidung auch „ätzende Chemikalien“ ins Wasser geschüttet. Der Reflecting Pool fasst rund 24,6 Millionen Liter Wasser, und die einzigen Personen, die dabei gefilmt wurden, wie sie Chemikalien einleiteten, waren jene, die damit den Algenbefall bekämpfen sollten.

Nationalgarde am Becken

„Die Arbeiten zur Behebung des schwer vandalisierten Reflecting Pool beginnen sofort. Ich habe ihn gerade inspiziert und konnte mir nur denken – und denen um mich herum sagen –: WOW, wer würde so etwas tun“, schrieb Trump am Sonntag. „KRANKE, VERWIRRTE MENSCHEN! Wir werden es reparieren?“

Um den Ernst seines Krieges gegen Algen zu unterstreichen, wurden die Nationalgarde sowie ein buntes Gemisch aus lokalen und auswärtigen Strafverfolgungsbehörden am Reflecting Pool aufgestellt, um jeden festzunehmen, der auch nur das trübe Wasser berührt. Am Wochenende wurde ein ehemaliger olympischer Kanute verhaftet und wegen „Vandalismus“ angeklagt, weil er angeblich einen Streifen des Epoxidharzes berührt hatte, der sich vom Beckenboden löst.

Laut CBS News wurden mindestens fünf Personen wegen angeblicher Vandalismus-Handlungen am Reflecting Pool festgenommen. Bemerkenswert ist, dass die Regierung trotz einer Vielzahl von Überwachungskameras und der ständigen Präsenz von Sicherheitskräften rund um das Lincoln Memorial und den Reflecting Pool bislang keinerlei tatsächliche Beweise für echten Vandalismus vorgelegt hat.

Die Vorstellung, dass ein mutmaßlicher Saboteur unbemerkt in den Reflecting Pool gewatet sein und einen 90 Meter langen Schnitt – den Trump zuvor noch als 75 Meter lang bezeichnet hatte – in das Epoxid geschnitten haben soll, ist wenig glaubwürdig. Die naheliegendere Erklärung liegt in der Verarbeitung des Dichtungsmittels selbst oder darin, dass die vom Weißen Haus eingesetzten Chemikalien zur Algenbekämpfung die Haftung zwischen Kunststoff und Beton geschwächt haben könnten.

Taktik mit Vorgeschichte

Die Trump-Regierung hat eine Vorgeschichte damit, gezielt haltlose Anklagen gegen einzelne Personen zu erheben, um ein Zeichen zu setzen und Kritik zum Schweigen zu bringen. Als die Nationalgarde im Sommer 2025 Washington, D.C., übernahm, versuchte die Regierung, mehrere Personen wegen schwerer Körperverletzung anzuklagen – darunter einen Mann, der ein Sandwich nach einem Gardisten geworfen hatte –, scheiterte damit jedoch an lokalen Grand Juries.

Offenbar wird hier dieselbe Taktik angewandt. „Wer auch immer den Reflecting Pool vandalisiert oder einen solchen Versuch unternimmt, wird sich vor dem Strafjustizsystem in D.C. verantworten müssen“, sagte Janine Pirro, ehemalige Fox-News-Moderatorin und amtierende US-Staatsanwältin für den District of Columbia, am Wochenende gegenüber Fox News. „Man muss jedes Vergehen verfolgen. Und wenn man selbst Bagatelldelikte ahndet, schafft man eine Atmosphäre, in der die Menschen respektvoller werden.“

Die Anzeige der Produkte wurde mit dem WordPress-Plugin „Affiliate-Toolkit“ umgesetzt.

Nikki McCann Ramirez schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

Warum denkt Campino, dass es manchmal gut ist, einfach mal den Mund zu halten? Antwort liefert er in unserer Titelgeschichte zum großen Abschied der Toten Hosen. Dem Heft liegt weltexklusiv die 7-Inch-Single „Immer nur geliebt“ bei. Die ROLLING-STONE-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.