„Du wirst uns fehlen“: Rolling Stones gedenken Amy Winehouse

Ronnie Wood erinnert sich an Amy Winehouse: „Es war, als würde man sich von Billie Holiday verabschieden.“ Die Stones setzen der verstorbenen Sängerin mit einer Coverversion ein musikalisches Denkmal.

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Am Freitag, dem 10. Juli wird das neue Album „Foreign Tongues“ offiziell veröffentlicht. Im Vorfeld hatten vor allem Mick Jagger und die anderen Stones einen wahren Interview-Marathon hinter sich gebracht.

Nun ist die altehrwürdige „Sunday Times“ an der Reihe. Hier wird einer Musikerin gedacht, die die Band nachhaltig beeindruckt hat.

Ronnie Wood, Keith Richards und Mick Jagger sprechen über persönliche Erinnerungen an Amy Winehouse, ihre gemeinsame Zeit und den schmerzlichen Verlust einer einzigartigen Kollegin, der sie mit ihrer Coverversion von „You Know I’m No Good“ nun ein musikalisches Denkmal setzen.

Ronnie Wood erinnert sich an Amy Winehouse

Amy Winehouse starb vor 15 Jahren im Alter von nur 27 Jahren an Organversagen in Kombination mit einer Alkoholvergiftung. Besonders eng war ihre Beziehung zu Ronnie Wood, der im „Times“-Gespräch auch an die schwierigen Momente ihrer Freundschaft erinnerte.

„Sie sagte: ‚Oh, Ronnie, was soll ich nur tun?‘ Ich entgegnete: ‚Hör zu, jeder weiß, dass in deiner Wasserflasche Wodka ist. Reiß dich zusammen und geh auf die Bühne.‘“

Trotz ihrer suchtbedingten Ausfälle habe Winehouse ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz nie verloren, so Wood.

„Wenn man sie erst einmal auf die Bühne bekam und sie dort auch blieb, dann war es großartig.“ Besonders bewegt äußert sich der Gitarrist über ihren frühen Tod. „Ich bin traurig, weil sie ihr Leben nicht voll ausschöpfen konnte. Es war, als würde man sich noch einmal von Billie Holiday verabschieden.“

Keith Richards und eine verpasste Begegnung

Keith Richards konnte da nur zustimmen. Er erwähnt eine Begegnung beim „Isle of Wight Festival“ im Jahr 2007 und bedauert, dass er Winehouse nie besser kennenlernen konnte.

„Ich dachte immer: ‚Ach, irgendwann werde ich sie schon wieder treffen.‘ Man geht einfach davon aus, dass sich Gelegenheiten ergeben – aber leider war das nicht so. Dafür gibt es ihre Schallplatten. Ich bin einfach sehr froh und fühle mich geehrt, wenigstens einmal mit ihr gespielt zu haben.“

Damals hatte Mick Jagger bereits den Wunsch geäußert, enger mit Winehouse zusammenzuarbeiten. Tatsächlich standen sie zumindest kurz einmal gemeinsam auf der Bühne und sangen ein Duett des Temptations-Klassikers „Ain’t Too Proud To Beg“.

Das 25. Studioalbum „Foreign Tongues“

Mit „Foreign Tongues“ veröffentlichen die Rolling Stones ihr 25. Studioalbum. Die Platte mit 14 Songs enthält neben dem erwähnten „You Know I’m No Good“ auch „In The Stars“ und „Rough And Twisted“. Zu den prominenten Gästen zählen Paul McCartney, Robert Smith, Steve Winwood sowie – posthum – der 2021 verstorbene Schlagzeuger Charlie Watts.

Paul McCartney am Bass

Über die Zusammenarbeit mit Paul McCartney sprach Mick Jagger kürzlich mit dem „NME“. Der ehemalige Beatle übernahm den Bass auf dem Song „Covered In You“ und habe seine Aufgabe denkbar unkompliziert erledigt.

„Es war wirklich sehr einfach“, sagt Jagger. „Natürlich kenne ich Paul schon seit Ewigkeiten. Er ist kein Fremder für mich, aber Bass bei uns hatte er vorher noch nie gespielt. Das ist schon etwas anderes.“

Vor der Session habe er Produzent Andrew Watt gefragt: „Ich sagte zu Andy: ‚Meinst du, er hat Lust darauf? Es ist ein Punksong und ich möchte einen übersteuerten Basssound. Ganz schlicht, ohne Schnickschnack.‘ Und Paul hat genau das geliefert, was der Song brauchte – in ungefähr zehn Minuten.“

Die Zusammenarbeit zwischen McCartney und den Rolling Stones reicht weit zurück. Bereits 1963 schrieben Paul McCartney und John Lennon mit „I Wanna Be Your Man“ die zweite Single der Stones. Brian Jones wirkte später bei „Yellow Submarine“ mit, während Mick Jagger an „Baby, You’re a Rich Man“ beteiligt war.

1968 standen Beatles und Stones gemeinsam für eine Version von „Yer Blues“ auf der Bühne, ehe Jagger Jahrzehnte später die Fab-Four-Laudatio beim Einzug in die „Rock & Roll Hall of Fame“ gehalten hat.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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