Wusstest du, dass diese WM-Spieler auch Musik machen?
Von Rafael Leão bis Memphis Depay: ein paar Fußballstars, die nebenbei als Sänger und Rapper ihr Glück versuchen.
Die WM ist in vollem Gange – noch ein paar Partien, dann geht es ins Viertelfinale. Es gab bereits jede Menge bewegende Geschichten, Überraschungen und Dramen: Kap Verdes Märchenlauf, Norwegens sensationeller Sieg über Brasilien, der ganze Wirbel um Trumps Einmischung in die umstrittene Rote Karte gegen Folarin Balogun. Doch was die WM alle vier Jahre außerdem leistet: Sie rückt die besten Fußballer der Welt ins grelle Rampenlicht.
Viele dieser Athleten haben unerwartete Werdegänge und bemerkenswerte Biografien – und das eine oder andere überraschende Hobby. Dazu gehören Spieler mit verborgenen musikalischen Talenten oder solche, die neben dem Fußball ernsthaft als Sänger, Rapper und Musiker unterwegs sind.
Die Verbindung zwischen Fußball und Musik ist natürlich keine Neuheit. Wir alle kennen einige der größten Fußballhymnen, die gleichzeitig zu unvergesslichen globalen Chartstürmern wurden – von Ricky Martins „Cup of Life“ bis zu Shakiras „Waka Waka“. Die brasilianische Legende Pelé war bekanntermaßen Songwriter, der in seiner Freizeit komponierte und bis ins hohe Alter von 80 Jahren Songs veröffentlichte. Der frühere kroatische Verteidiger Slaven Bilić, der bei der WM 1998 dabei war, spielte außerdem in der Heavy-Metal-Band Rawbau. Und John Barnes, der 1986 als erster schwarzer Spieler Geschichte schrieb, der England bei einer WM vertrat, war Rapper und gastierte auf offiziellen Teamhymnen – darunter New Orders „World in Motion“ aus der FIFA-Kampagne 1990.
Fußball trifft Musik
Hier sind einige Spieler aus dem WM-Kader 2026, die die Verbindung zwischen Fußball und Musik mit eigenen Projekten und künstlerischen Nebenprojekten am Leben erhalten.
Rafael Leão, Portugal
Der portugiesische Angreifer kickt seit seiner Kindheit und wechselte vom französischen Klub Lille zu AC Milan, wo er einen Fünfjahresvertrag unterschrieb. In der portugiesischen Nationalmannschaft ist er als Stürmer gesetzt – doch zwischen den großen Spielen lebt er seinen Musiktraum als Way 45 aus, rappt und singt über eine Mischung aus R&B, Hip-Hop und reduzierten Trap-Beats. „Bei uns zuhause war immer Musik“, erzählte er ROLLING STONE U.K. im Jahr 2023. „Mein Onkel war DJ, mein Vater hat auch gesungen. Alles um mich herum drehte sich um Musik, daher kommt das einfach. Ich habe immer Hip-Hop gehört und konnte mich mit den Botschaften identifizieren – über das Aufwachsen im Viertel.“
Als Way 45 hat er drei Alben veröffentlicht: sein Debüt „Beginning“, 2023 „My Life in Each Verse“ und letztes Jahr „12:12“. Viele seiner Songs handeln von seiner Kindheit und dem Aufwachsen in einer Kleinstadt außerhalb von Lissabon und bieten dem Fußballer – der sich selbst als schüchtern beschreibt – einen Freiraum. „Musik bedeutet für mich Liebe, Flucht aus meinen Problemen und Selbstfindung“, sagte er in einem Video für AC Milan, in dem er einen seiner Songs performt.
Alisson Becker, Brasilien
Der brasilianische Torhüter, der im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul aufwuchs, begann seine Karriere in Jugendfußballturnieren und wurde zu einem der bekanntesten Keeper der Welt. Als er 2018 für 62,5 Millionen Euro zu Liverpool wechselte, war er der teuerste Torhüter aller Zeiten.
Abseits des Platzes zeigt sich Becker als entspannter, familienorientierter Typ, der gerne singt und Gitarre spielt. Einen Grammy jagt er nicht – aber mit gut gelaunten Videos neben anderen Musikern und Spielern hat er sein Können bewiesen. Die Fans gewann er, als er gemeinsam mit dem englischen Singer-Songwriter Jamie Webster eine Akustikversion des Fußballklassikers „Allez, Allez, Allez“ aufnahm. Seitdem hat Becker auch Videos geteilt, in denen er die Hymne im Auto mit seinem Kind oder mit Mitspielern singt. Außerdem coverte er „Shallow“ aus „A Star Is Born“ und den viralen Hit „Dragostea Din Tei“ der moldauischen Popgruppe O-Zone.
Memphis Depay, Niederlande
Der niederländische Stürmer Memphis Depay zog schon mit acht Jahren die Aufmerksamkeit von Talentscouts auf sich – doch er war schon immer ein glühender Musikfan und ein riesiger Anhänger des amerikanischen Hip-Hop. 2017 entschloss er sich, seinen musikalischen Ambitionen freien Lauf zu lassen, und veröffentlichte ein Freestyle-Video mit dem Titel „LA Vibes“. Das Musikvideo sammelte in den ersten Stunden rund 150.000 Aufrufe und zeigte auch seinen niederländischen Teamkollegen Quincy Promes.
Danach legte Depay im Takt zu: Er brachte Freestyles am laufenden Band heraus und veröffentlichte jede Menge Singles, oft im Wechsel zwischen Englisch und Niederländisch. Er kollaborierte mit dem niederländischen Rapper Winne, dem ghanaischen Sänger Bisa Kdei und der niederländischen Hip-Hop-Gruppe Broederliefde. Sein Song „No Love“ aus dem Jahr 2020 hat mittlerweile über 20 Millionen Aufrufe auf YouTube. Sein Team schied in diesem Turnier gegen Marokko aus – aber mit seiner Musik hat Depay genug zu tun.
Luis „Lucho“ Díaz, Kolumbien
Luis „Lucho“ Díaz, der für Liverpool und die kolumbianische Nationalmannschaft aufläuft, sorgte für Aufsehen, als er gemeinsam mit dem Sänger und Rapper Ryan Castro „El Ritmo Que Nos Une“ aufnahm. „Sie fragten uns, ob wir mitmachen oder zusammenarbeiten wollten – natürlich habe ich ja gesagt, denn ich war schon immer von Musik angezogen, ich habe sie immer geliebt“, sagte Díaz in einem Interview mit Tribuna. Der Song wurde zur inoffiziellen Hymne der kolumbianischen Copa-América-Kampagne 2024, und im Video waren auch einige von Díaz‘ Teamkollegen zu sehen.
„Er kam mit seinem Team ins Hotel, baute dort ein Studio auf, und in etwa 20 oder 30 Minuten haben wir unseren Part aufgenommen – so schnell, ganz unkompliziert, und es ist wirklich schön geworden“, erinnerte sich Díaz.
Die beiden verstanden sich so gut, dass sie gleich ein zweites Stück zusammen aufnahmen: „Dembow Violento“ erschien vor etwa drei Wochen – pünktlich zur WM.
Alphonso Davies, Kanada
Wenn er nicht für Bayern München oder die kanadische Nationalmannschaft spielt, taucht Alphonso Davies immer wieder in die Musikwelt ein. Als langjähriger Musikfan begann er während der Pandemie, ein paar Freestyles und Songs zu veröffentlichen und sein Talent als Rapper unter Beweis zu stellen. Kanada schied in der Runde der letzten 16 gegen Marokko aus – doch Davies hat gezeigt, dass er als Künstler noch einiges zu entdecken hat, wenn er nicht als Linksaußen und Mittelfeldspieler aufläuft.
2025 wurde es offizieller: Er veröffentlichte den Track „München my Throne“, der gleichzeitig als originelle Ankündigung seiner Vertragsverlängerung bei Bayern München bis 2029 diente – dem Verein, dem er seit seinem 18. Lebensjahr angehört. „Ich habe einfach die Adlibs gemacht und zwischendurch geredet“, erzählte er „Billboard“ Canada. „Aber es war eine coole Idee, weil ich Musik liebe. Ich höre wahnsinnig gerne Musik und mache sie auch selbst.“ Der Track hat mittlerweile rund eine Million Aufrufe.