Nach Balogun-Skandal: Vielleicht hätte März auch mal Infantino anrufen sollen!
Nach einem Anruf von Donald Trump bei FIFA-Boss Infantino wird Baloguns rote Karte plötzlich aufgehoben. Was steckt alles hinter dem Freispruch? Und hat Merz versagt?
Treffen sich zwei Autokraten in einer Bar… Klingt wie ein schlechter Witz, ist es laut dem belgischen Fußballbund auch. Denn dieser betitelt die Rücknahme der roten Karte von Balogun als „Aprilscherz“. Und während die FIFA einen Präzedenzfall schafft, stellt sich die Frage: Wie viel kostet der WM-Titel? Reicht ein Sitz im Friedensrat, oder muss noch ein Büro in New York draufgelegt werden?
Was ist passiert?
Als klar wurde, dass die USA im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina spielen musste, fragte sich wohl der ein oder andere Amerikaner, warum man jetzt direkt gegen zwei Mannschaften gleichzeitig spielen musste. Doch als dann auch noch eine rote Karte den Topspieler der Amerikaner für mindestens ein Spiel sperrte, waren die Soccer-Fans fassungslos. Wie kann es der Schiedsrichter bloß wagen, die Regeln umzusetzen? Zum Glück gibt es einen heißeren Draht zwischen dem Weißen Haus und Gianni Infantino als zwischen dem Iran. Immerhin hat die FIFA ja auch ein Büro im Trump Tower. Und so rief Donald Trump laut „New York Times“ höchstpersönlich bei seinem Kumpel Gianni an. Fakt ist: Nach einer gegebenen roten Karte muss ein Spieler mindestens für ein Spiel gesperrt werden, und somit würde Balogun im Achtelfinale gegen Belgien fehlen. Doch so ein Regelwerk ist für den FIFA-Friedenspreisträger noch lange kein Hindernis. Denn nachdem die FIFA ein bisschen in die Trickkiste griff, konnte man mit Artikel 27 die Strafe von einem Jahr zur Bewährung aussetzen. Nachdem die FIFA stolz die neue Entscheidung hinausposaunte, meldete sich auch direkt Trump auf seinen sozialen Medien mit „Danke an die Fifa“ zu Wort.
Nachdem Deutschland wegen einer Schiedsrichterentscheidung sowohl aus dem Sechzehntelfinale ausgeschieden ist als auch Cucurella ein generationelles Trauma zu verdanken hat, stellt sich die Frage, was Merz hätte tun können.
Was hätte Merz tun können?
Klar, Merz scheint anscheinend ebenso nur vorzugeben, Fußball zu mögen, wie Donald Trump, sonst hätte er nicht unserer Nationalmannschaft zum tollen Spiel gratuliert. Jedoch hätte man doch einfach mal Infantino auf den ein oder anderen Trip einladen können. So hatte Trump ihn schließlich auch mit zu Staatsbesuchen und dem Friedensgipfel in Gaza mitgeschleppt. Jetzt, wo die Rentenkassen eh fast leer sind, einfach mal das letzte Geld sinnvoll investieren und der FIFA ein paar neue Dienstwagen zur Verfügung stellen – das kurbelt auch direkt die Wirtschaft an.
Hört sich zwar alles etwas ketzerisch an, ist es der Realität aber nicht wirklich fern. Denn neben der gegenseitigen Beweihräucherung von Trump und Infantino profitieren sie auch stark voneinander. Während die FIFA mit der WM vermutlich so viel Geld wie noch nie zuvor einnehmen wird, kann sich Trump auf gute Publicity freuen. Das könnte hilfreich werden, sollte er die Regelung für eine dritte Amtszeit genauso zerreißen wie die rote Karte an Balogun.
Reaktionen aus dem Fußball
Die öffentliche Resonanz unter Fußballexperten scheint jedenfalls eindeutig. Unser Bundestraineranwärter Jürgen Klopp sagt dazu Folgendes: „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben – das ist verrückt, das stellt alles infrage.“ Und selbst Joseph Blatter meint: „Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden.“