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Roy Orbison und bald Abba: Wie gut ist eigentlich ein Hologramm-Konzert?

Die Unsterblichkeit der Rockmusik ist bald kein Mythos mehr. Schon seit Jahren ist die Rede von so genannten Avataren, die auf der Bühne verstorbene Musiker wie Elvis Presley oder John Lennon wieder zum Leben erwecken könnten. Gemeint sind damit Hologramm-Effekte, die tatsächlich ein beeindruckend realistisches Abbild einer Person auf der Bühne erzeugen können.

Das mag zunächst wie Leichenschändung klingen, aber eine ganze Generation kann so noch einmal die Helden ihrer Jugend in Bestform sehen, eine andere kann sie zum ersten Mal entdecken. Und das live und hautnah auf einer Bühne. Während Abba für kommendes Jahr eine große Hologramm-Reunion-Tour angekündigt haben, ist Frank Zappa bereits als Avatar unterwegs (ein Deutschland-Auftritt ist bisher aber nicht geplant). In den kommenden Monaten spielen auch Roy Orbison/Buddy Holly, Amy Winehouse und noch einige mehr „Comeback“-Konzerte.

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Hologramm-Konzerte: Wie funktioniert das eigentlich?

Hologramme sind im Grunde nichts anderes als gebündeltes Licht und somit eine 3D-Variante eines Fotos oder Films. Die technische Grundlage für Hologramm-Konzerte bildet ein alter Optik-Trick namens Pepper’s Ghost. Dabei nutzte man ursprünglich Spiegel und einen richtigen Beleuchtungswinkel, um Dreidimensionalität einer Projektion zu erzeugen. Inzwischen werden allerdings spiegelnde Metallflächen verwendet.

Vorreiter in dem Geschäft um Avatar-Konzerte ist Base Hologram. Verwendet wird im Grunde ein Hollywood-Verfahren, wie es bereits in „Star Wars“ zu sehen war. Ein Körperdouble wird digital so lange verändert und mit dem gewünschten Bild bearbeitet, bis eine neue Figur herauskommt. Eine Reanimation, die täuschend echt aussieht. Wie zum Beispiel auch Opernsängerin Maria Callas, die Ende 2018 ihre Hologramm-Premiere feierte.

Hologramm von Maria Callas in Paris
Hologramm von Maria Callas in Paris

Mit dabei auf der Bühne sind natürlich auch echte Musiker, die den Avatar unterstützen. Die Gorillaz zeigten schon vor einiger Zeit, wie ausgereift dieses Verfahren ist, wenn es als Show verpackt wird. Nun geht es aber nicht nur um Comic-Charaktere, sondern um Künstler, die den Menschen aufgrund von Fotos und Filmen in Erinnerung sind.

Gorillaz beim Albumrelease-Konzert im Printworks in London am 24. März 2017
Gorillaz bei einem Konzert im Printworks in London am 24. März 2017

Sind Hologramm-Konzerte wirklich ein neues Geschäftsmodell?

Ja – und zwar schon jetzt. Das beste Beispiel ist aber kein Star aus der Vergangenheit, sondern die virtuelle Sängerin Hatsune Miku. Teenager lieben das Digi-Mädchen, das sogar ganze Hallen füllt und keinem Mensch aus Fleisch und Blut gleicht. Hatsune Miku heißt übersetzt so viel wie „Erster Klang aus der Zukunft“. Vermarktet wird die Sängerin in Japan sogar als Mini-Hologramm für den Hausgebrauch. Es gibt bereits mehrere japanische Männer, die ein solches Hologramm-Mädchen, das wie Hatsune aussieht, „geheiratet“ haben.

Aber natürlich könnte die Neubelebung der Vergangenheit zu dem echten Millionenunternehmen werden. Dazu gehört es aber auch, dass die Technik perfekt funktioniert und die Hologramme der Musiker wirklich gut aussehen. Für die Abba-Tour wird deshalb akribisch an den Avataren von Benny, Björn, Agnetha und Anni-Frid gearbeitet.

Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Ein unfreiwillig komisches Konzerterlebnis würde sofort die Illusion zerstören. Deshalb steht und fällt das Konzept auch mit den lebenden Musikern, die mit auf der Bühne stehen.

Roy Orbison (Hologramm) spielt mit Band
Roy Orbison (Hologramm) spielt mit Band

Die Mitglieder von Abba haben ja schon ausgeschlossen, noch einmal auf einer Bühne zu stehen. Aber möglicherweise gibt es bald Bands, die zu einem Teil aus Hologrammen auf der Bühne bestehen und zu einem anderen Teil aus Mitgliedern, die noch leben. Man könnte an die Beach Boys denken – oder an Queen. Brian May gilt ja als guter Geschäftsmann und experimentierfreudiger Musiker. Eine Tour mit einem 3D-Mercury könnte Queen noch einmal eine neue Zielgruppe erschließen.

Auf jeden Fall gilt: Frank Zappa und Roy Orbison, die nun als erste konkret als Hologramme auf Tour gehen, werden Jahrzehnte nach ihrem Tod wieder Vorreiter für eine neue Live-Erfahrung sein.

NATALIE HANDEL AFP/Getty Images
Mark Allan
Tabatha Fireman Getty Images for BASE Holograms

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