Alkohol-Verbot bei Hitzewelle: Was gilt in Deutschland?

Frankreich verbot Alkohol bei öffentlichen Events wegen der Hitze. Darf das auch in Deutschland passieren?

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Die Festivalsaison läuft auf Hochtouren, und Deutschland schafft es endlich mal wieder über die Vorrunde einer Weltmeisterschaft hinaus. Die Gründe, sich draußen in der Sonne zu versammeln und ein Bier zu trinken, häufen sich. Doch es wird nicht heiß – es wird so richtig HEISS! Damit steigt auch das Risiko eines Hitzschlags. Am Samstag, dem 27. Juni, werden in Teilen Deutschlands bis zu 40 Grad erwartet. In Frankreich wurden solche Temperaturen bereits am vergangenen Wochenende bei der Fête de la Musique erreicht.

Das Fazit der Regierung: Alkohol ist tabu. Aufgrund der Hitzewelle und zahlreicher Veranstaltungen verhängte Frankreich ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum, um Sicherheitskräfte zu entlasten.

Na toll. Nachdem es ohnehin keine öffentlich groß angelegten Public Viewings gibt, wird uns Deutschen jetzt auch noch das liebste Volksgetränk gestrichen. „Danke, Merkel!“ Welche Regeln gelten in Deutschland bei den hohen Temperaturen? Kann uns das Bier wirklich verboten werden?

Andere Länder, andere Sitten

Nicht nur Frankreich hat aufgrund der Hitzewelle eine Ausnahmeregelung getroffen. Auch in Spanien gab es Maßnahmen im Zuge der Hitze: In Madrid fiel ein geplantes Public Viewing beim Spiel Spaniens gegen Saudi-Arabien wegen Temperaturen von bis zu 40 Grad ins Wasser. Da jammert man den ganzen Winter und wünscht sich die Sonne zurück – und dann das. Auf jeden Fall gab es auch in Deutschland schon die ersten Zusammenbrüche nach den heißen Tagen – in einem Fall nicht körperlicher, sondern geistiger Art. Beim Public Viewing von Deutschland gegen die Elfenbeinküste fiel ein 40-Jähriger mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen auf; der Alkoholtest ergab rund 2 Promille. Natürlich wird nicht jeder gleich betrunken und dreht durch, wenn die Temperaturen steigen. Allerdings bringt Alkoholkonsum bei hoher Hitze weitere Gefahren mit sich: Beides greift den Flüssigkeitshaushalt des Körpers an und kann neben Kreislaufproblemen auch zum Hitzschlag führen.

Schlaaaand

Was gilt also jetzt in Deutschland? Gefahren hin oder her – kann uns das flüssige Brot verboten werden? Nein. Vielleicht würde der Staat es gerne tun, kann es aber nicht so einfach wie Frankreich. Denn Alkoholverbote sind, wie so vieles in Deutschland, klassische Ländersache. Da müsste Markus Söder schon höchstpersönlich den Zapfhahn zudrehen – und selbst dann müsste ein Gericht die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme prüfen.

In Deutschland gilt Hitze bisher nicht als anerkannter Verbotsgrund, anders als etwa Gewalt oder Lärm. Solange die jeweilige Stadt oder das jeweilige Bundesland also nicht nachweisen kann, dass ein aufgebrachter Mob infolge von Hitzewelle und Alkohol den Reichstag stürmen will, passiert hierzulande erst einmal nicht viel. Dennoch sollte sich jeder die Gefahren von Alkohol und Hitze bewusst machen.

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