Arnold Schwarzenegger: Von der steirischen Eiche zum Gouvernator

Arnold Schwarzenegger: Vom Muskelpaket zum Kinostar, Politiker und kritischen Beobachter der Weltpolitik. Ein Bildband würdigt die Ikone.

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In der Netflix-Doku „Arnold“ gibt es den unwahrscheinlichen Moment, in dem sein damaliger Konkurrent und heutiger Freund Sylvester Stallone sagt: „Er war die Nummer eins.“ Das hätte der Sly des Jahres 1985 wohl niemals gesagt, und Apologeten streiten sich bis heute, welcher der zwei Schauspieler der größere Actionstar des Jahrzehnts gewesen war.

Zweifellos hatte Arnold Schwarzenegger die größeren Hürden nehmen müssen: Geboren 1947 in der Steiermark als Sohn eines überzeugten Mitglieds der SA und NSDAP, ein geprügeltes Kind, das sich über das Bodybuilding einen Körperpanzer aufbaute. Schließlich die Übersiedlung in die USA. Über seinen Akzent machen sich manche Leute bis heute lustig, aber seine Karriere ab den späten 1960er-Jahren verlief einzigartig: viermal „Mr. Universum“, siebenmal „Mr. Olympia“. 1982 die erste große Hauptrolle als „Conan der Barbar“, 1984 „Der Terminator“ und Weltruhm als Action-Ikone der 1980er; schließlich die Antihelden-Variation in den Clinton-Jahren der 1990er.

Von 2003 bis 2011 schließlich der Job als „Gouvernator“ von Kalifornien, eine Rolle, die der Republikaner mit vielen überraschend grünen Themen besetzte. Bis heute zählt Schwarzenegger als größter Kritiker Donald Trumps. Legendär ist auch sein Video, in dem er direkt das russische Volk nach der Invasion der Ukraine adressiert: Denkt daran, wer ihr seid – ihr seid besser als das.

Vom Muskelhelden zum zigarrenschmauchenden Celebrity

Schwarzeneggers Appell an seine russischen Freunde findet sich auch in der neuen, überarbeiteten Ausgabe des Bildbands „Arnold“ von Dian Hanson, die seinen Lebensweg nachzeichnet, auch anhand einiger berühmter Aufnahmen von Fotografen wie Richard Avedon, Annie Leibovitz und Herb Ritts.

Die frühen Bodybuilding-Jahre, auch mit Privatfotos dokumentiert, zeigen diesen Körper, den man sich 1967 kaum vorstellen konnte, weil Bodybuilding noch keine populäre Sportart war, sondern noch immer in muffigen Trainingshallen vermutet wurde. Schwarzenegger strahlte eine Unschuld, gleichzeitig Faszination für ein (amerikanisches) Publikum aus, das ihn wiederum für seine Körperarbeit bewunderte. Es war sein Zuhause, dies waren seine Leute.

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„Arnold“
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„Arnold“
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„Arnold“

Sein Durchbruch in Hollywood kam verhältnismäßig spät, mit 35, wohlgemerkt in einer Rolle als „Conan“, in der er noch kein „unbesiegbarer Muskelprotz“ war – Conan wird hart verprügelt, geschnitten, stirbt sogar und muss von den Toten wiederauferstehen.

Seine Ehe mit Maria Shriver 1986 führte ihn nicht nur in den Kennedy-Clan, sondern auch in die Politik ein. Das Bild des zigarrenschmauchenden Celebrity prägte fortan sein Image.

Dabei wurde fast übersehen, wie subversiv er in den 1990er-Jahren, als der Typ Muskelheld als Actionstar immer unbedeutender wurde, seine Rollen definierte, in denen er viele Schwächen offenbarte, ob als „Kindergarten Cop“, dem „Last Action Hero“ oder dem leicht zu verunsichernden Harry Tasker in „True Lies“. Selbst in seiner bedeutendsten Rolle als „Terminator“ bewies er im „Jüngsten Gericht“, dass er verlieren kann.

Im kommenden Jahr wird Arnold Schwarzenegger 80 Jahre alt. Gouverneur darf er nach zwei Amtszeiten nicht mehr sein, er dreht schon lange wieder Filme. „King Conan“, Teil drei der Sword-and-Sorcery-Saga, soll auch kommen. King Arnold ist er längst.

  • TASCHEN
  • Arnold
  • Dian Hanson
  • Deutsch, Hardcover mit Ausklappseite, 26.7 x 37.4 cm, 4.30 kg, 528 Seiten
  • € 125
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