ROLLING-STONE-Interview

Balbina: „Ich erkenne in Dingen, die anderen egal sind, sehr viel Schönheit“

„Warum lassen Maiglöckchen den Kopf hängen? Warum bin ich nur immer so müde, was hält mich an – was hält mich am Leben und warum?“ Die Berliner Sängerin Balbina stellt sich auf ihrer neuen Platte „Fragen über Fragen“. Im Interview mit ROLLING STONE gibt sie sich ganz genauso nachdenklich wie in ihren famosen neuen Liedern.

Dein neues Album ist wesentlich orchestraler und breiter als der Vorgänger. Wie kam es dazu?

Ich habe die neue Platte in drei Stufen produziert. Erst haben wir die Komposition am Klavier formuliert. Im zweiten Schritt kamen dynamische und perkussive Elemente hinzu. Als es in sich rund klang, begannen wir die Grundmelodien durch orchestrale Kompositionen zu ergänzen und tatsächlich ergab sich dann die Möglichkeit, diese mit dem Sofia Symphonic Orchestra aufzunehmen. Das Album bekam einen Glanz.

Hattest du ein Vorbild für die Orchestermusik?

Ich hatte eigentlich nie die Intention ein „Pop meets Klassik“-Projekt anzuschieben. Ich wollte eher filigran mit vielerlei Instrumenten einen Rahmen für die Lieder bilden. Die große klassische Besetzung malt die Lieder einfach noch mehr aus und gibt der Grundinstrumentierung ausführlichere Facetten.

Was auffällig ist: Du arbeitest sehr gerne mit Sprache …

Das ergibt sich automatisch, weil ich Sprache und Worte sehr wichtig finde. Wenn ich statt einem „Aber“ ein „Und“‘ sage, dann verändert das inhaltlich alles. Das Wort „über“ als anderes Beispiel kann Geschichten eröffnen. Und man darf nicht vergessen, dass sie sich über Jahrtausende entwickelt haben aus Lauten. Dass jedes einzelne Wort so exakt definiert ist, dass man sofort versteht, was gemeint ist, genau das allein ist schon faszinierend.

Hat deine Faszination für Sprache einen bestimmten Grund?

Ich werde nie eine belesene Literaturkritikerin, aber ich lese schon viel und gerne. Die Romane von Hesse zum Beispiel haben mich im Erwachsenwerden mehr geprägt, als jeglicher Unterricht. Und bis heute lese ich viel aus dem 19./20. Jahrhundert nach, man wird einfach nie fertig!



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