Die Grünen: Bela B., Judith Holofernes, Niedecken u. a. geben Wahlempfehlung ab


von

Auf den letzten Metern vor der Bundestagswahl am 26. September nimmt die Sache doch noch so langsam Fahrt auf. Was nicht unbedingt daran liegt, dass die Kandidaten und die Kandidatin den großen Charisma- oder Ideen-Schub zünden. Und auch nicht daran, dass der CDU nix Besseres einfällt, als ausgerechnet Scholz zum Sozialisten(-freund) zu machen.

Zahlreiche deutsche Kulturschaffende geben explizite Wahlempfehlung ab

Nein, spannend wird der Wahlkampf, weil man so langsam das Gefühl hat, dass er in privaten Gesprächen und Netzwerken sehr engagiert besprochen wird. Weil es Beiträge von jungen Menschen wie Rezo gibt, die bestimmt aber versöhnlich (und verdammt gut informiert) darum werben, das wichtigste Thema der nahen Zukunft anzugehen: die Klimakrise. Und der Wahlkampf wird spannend, weil man plötzlich Appelle in seiner Timeline findet, die man so nicht erwartet hätte.

Im Laufe des Sonntags äußerten nämlich zahlreiche deutsche Kulturschaffende eine explizite Wahlempfehlung, die weit über das sonst übliche „geht wählen!“ hinaus geht. Sie sagen: „Gemeinsam rufen wir auf, diesmal grün zu wählen. Unsere Gründe sind gut: Klimaschutz, Menschenrechte, Umweltschutz.“ Zu den Unterzeichnern zählen: Bela B. Bayuk, Balbina, Frank Schätzing, Wolfgang Niedecken, Maike Rosa Vogel, Kersty und Sandra Grether, Judith Holofernes, Selig, Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik, Tiefschwarz, Kat Menschik, Gorilla Club, Fatoni, Lina Maly, Das Paradies, Talking To Turtles, Deniz & Ove, Stefanie Schrank, Max Prosa, Locas in Love, Francesco Wilking, Patrick Reising, Benedikt Reising, Feline Lang, Safi, Berend Intelmann, Parka Sound, Regina Schilling, Adriana Altaras, Leander Haußmann, Steffi Kühnert, Milan Peschel, Moritz Rinke.

Viel Expertise zu Nachhaltigkeitsthemen sei gesammelt worden

Ein bunter Strauß sehr kreativer Köpfe also, die sich allesamt erstaunlich klar positionieren. Obwohl sie sagen: „Als Kulturschaffende mögen wir nicht immer überzeugt von der Haltung der Grünen zu für uns wichtigen Themen wie etwa dem Urheberrecht sein. Politische Parteien können in einer parlamentarischen Demokratie aber niemals in allen Punkten mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen.“

Aber, es müsse jetzt eben unbedingt um die Umwelt- und Klimafrage gehen. Und diese seien: „der Markenkern dieser Partei. Keine andere hat in den vergangenen Jahrzehnten so viel Expertise zu Nachhaltigkeitsthemen angesammelt, keine andere hat so eindringlich auf die Folgen ungebremsten Wachstums hingewiesen wie die Grünen.“ Auffällig ist, dass Belas Bandkollege Farin nicht zu den Unterzeichnern zählt, obwohl oder gerade weil er das ja schon selbst indirekt auf seiner Website erledigt hatte.

Man darf gespannt sein, wie diese klare Positionierung ankommt. Bei all den Genannten dürfte es nicht überraschen, dass sie politisch eher zu linken oder grünen Parteien driften, trotzdem ist ein so klares Bekenntnis höchst selten. Bela B. hat vorsorglich die Kommentare unter seinem Post abgeschaltet – die Like- und Teilzahlen signalisieren allerdings großen Zuspruch. Und die Trolle ranten dann vermutlich auf den Facebookseiten der Nachrichtenportale oder bei uns rum …

 

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf musikexpress.de +++