Jamaika: Als Jimmy Buffett und Bono vor 30 Jahren fast durchsiebt worden sind
Am 16. Januar 1996 wurde das Wasserflugzeug mit Bono, Jimmy Buffett und Chris Blackwell in Jamaika beschossen. Die volle Geschichte des Vorfalls.
Am 16. Januar 1996 begaben sich Bono und US-Country-Pop-Legende Jimmy Buffett auf eine Flugreise in die Karibik. Ein Easy-Sunshine-Reggae-Trip, der direkt in eine lebensgefährliche Situation führte – ausgelöst durch eine fatale Verwechslung.„Margaritaville“-Sänger Jimmy Buffett (der Anfang September 2023 mit 76 Jahren verstarb) hatte für die flotte Sause ein Amphibien-Flugzeug vom Typ Grumman HU-16 Albatross gechartert, das den Namen „Hemisphere Dancer“ trug. Ziel war Jamaika. Mit an Bord: Island-Records-Gründer Chris Blackwell sowie Bono, seine Frau und die beiden Kinder des U2-Frontmanns.
Warnung vor dem Abflug
Schon vor dem Start gab es Bedenken. Buffetts langjähriger Piloten-Kumpel Jim Powell warnte eindringlich vor den Wetterbedingungen an der Nordküste Jamaikas, wie dieser der US-Tageszeitung Chicago Tribune berichtete. Die See sei zu rau für eine sichere Wasserlandung, alternative Landeoptionen wären von den örtlichen Behörden nicht genehmigt. Powell riet, die Reise zu verschieben – und entschied sich, selbst nicht mitzufliegen.
Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als vorausschauend erwies. Statt wie geplant in Montego Bay landete das Flugzeug schließlich in der westlichen Hafenzone von Negril. Während das Wasserflugzeug nach der Landung noch über das Wasser schaukelte, eröffneten jamaikanische Sicherheitskräfte plötzlich das Feuer. Sie hielten die Maschine für ein Drogenschmuggler-Flugzeug.Bono erinnerte sich später in der irischen Presse, es habe sich angefühlt wie in einem James-Bond-Film – nur ohne Drehbuch. Rund 100 Schüsse trafen die „Hemisphere Dancer“, die Frontscheibe wurde zerstört, der Rumpf beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Besonders die Sicherheit seiner Kinder habe ihn in diesen Minuten zutiefst beunruhigt, so Bono.
Musikalische Aufarbeitung
Die jamaikanische Regierung entschuldigte sich öffentlich für den Vorfall. Bono und seine Familie kehrten umgehend nach Miami zurück. Jimmy Buffett hingegen verarbeitete das Erlebte auf seine eigene Art – musikalisch. Nur fünf Monate später erschien sein Album „Banana Wind“, auf dem sich der Song „Jamaica Mistaica“ findet.
Darin verwandelte Buffett das traumatische Erlebnis in eine ironische Erzählung, inklusive eines Refrains, der die Situation mit seinem typischen Humor auflöst.Die Strophe geht so: „Come back, come back, back to Jamaica. Don’t you know we made a big mistake-a? We’d be so sad if you told us goodbye. And we promise not to shoot you out of the sky.“Ein Song als Nachhall eines Moments, in dem aus Urlaubsplänen beinahe eine Tragödie geworden wäre.