„Bridgerton“: Weshalb die Netflix-Serie so wunderbar ist

Die ersten vier Episoden der vierten Staffel von „Bridgerton“ bei Netflix bringen wieder viele Intrigen, Klatsch und „Vollendungen“.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Es ist herrlich, wieder die gestelzten Dialoge und die weltweisen Kommentare aus dem Off bei „Bridgerton“ zu hören, die den geneigten Leser einer Londoner Gazette adressieren. Es ist herrlich, wieder die Kostüme und die aufgetürmten Frisuren zu sehen und die Kutschen und die prunkvollen Möbel. Das vorviktorianische England hatte seine Vorzüge.

Die vierte Staffel von „Bridgerton“ nach den Romanen von Julia Quinn ist zweigeteilt: Vier Episoden sind jetzt bei Netflix zu sehen, weitere vier werden Ende Februar gezeigt.

Jonathan Bailey erfreut uns wieder als Romantiker Anthony Bridgerton, der sich immerzu verliebt: Er sucht die silberne Frau, die ihn einst verzauberte, ist aber auch entzückt vom Dienstmädchen in der Residenz von Mutter Agatha. Die wiederum ist hingerissen von einem feurigen Beau, den sie im Schlafzimmmer empfängt: „Der Tee wird hier serviert?“ – „Ich bin der Tee, den Sie genießen.“

In „Bridgerton“ hat jeder ein Geheimnis

Das Prinzip von „Bridgerton“ ist der hohe Ton der Konversation im gesellschaftlichen Comment – und die Intimität des Schlafgemachs, wo der Orgasmus dezent „Vollendung“ heißt. Und vollendet sind diese erotischen Abenteuer, die an „Gefährliche Liebschaften“ erinnern: „Solltest du den Wunsch haben, unsere enge Verbindung zu vertiefen, so würde ich deinen Wunsch befriedigen.“ Und hier hat jeder den Wunsch.

Zwischen Adel und Domestiken, Zofen und Hofdamen, Edelmännern und Glücksrittern ereignen sich Intrigen und Klatsch; die Königin ist sehr interessiert an Gerüchten und neuen Zuträgerinnen. Beim Maskenball erkennt man alle sofort, und jeder tut so, als wären alle köstlich camoufliert. Jeder hat ein Geheimnis.

Schmonzes? Ja, und er ist wunderbar.