Hören: Christian Ulmen verdiente in den 1990ern mit Telefonsex Geld
Was Christian Ulmen 2018 im Podcast als Jugendstreich erzählte, wirkt heute anders – im Kontext der Strafanzeige von Collien Fernandes. Was steckt dahinter?
Die Vorwürfe gegen Christian Ulmen schlagen weiter Wellen – und holen nun die Vergangenheit ein. Ein Podcast-Auftritt aus dem Jahr 2018 sorgt plötzlich für neue Aufmerksamkeit und wirft Fragen auf, die zuvor kaum jemand gestellt hat. Was damals wie eine schräge Jugendgeschichte klang, wirkt heute, im Kontext der aktuellen Anschuldigungen, deutlich weniger beiläufig. Vielmehr erscheint die Episode wie ein Puzzlestück in einem deutlich ernsteren Gesamtbild.
Anzeige, schwere Vorwürfe, klare Worte
Ausgangspunkt ist ein Bericht des „Spiegel“. Collien Fernandes hat demnach Strafanzeige gegen ihren Ex-Partner eingereicht. Im Raum stehen Vorwürfe, die weit über private Konflikte hinausgehen und strafrechtliche Dimensionen erreichen könnten.
Die Moderatorin beschreibt die Vorgänge als massiven Eingriff in ihre Persönlichkeit und spricht von „virtueller Vergewaltigung“. Laut Bericht untermauert sie ihre Darstellung mit umfangreichen Belegen, darunter eidesstattliche Versicherungen sowie digitale Spuren.
Ulmens Seite weist die Darstellung zurück. Über seinen Anwalt ist von einseitiger Berichterstattung und falschen Tatsachen die Rede.
Podcast-Ausschnitt sorgt für Unbehagen
Vor diesem Hintergrund bekommt ein Podcast aus dem Jahr 2018 eine neue Wirkung. Darin berichtet Ulmen, wie er als Jugendlicher mit Freunden Telefonplattformen nutzte, sich als Frauen ausgab und mit Männern kommunizierte.
Was als humorvolle Erinnerung erzählt wird, erhält nun eine andere Färbung. Ulmen schildert, dass daraus auch bezahlte Gespräche entstanden seien. Entscheidend sei nicht gewesen, wie überzeugend die Darstellung war, sondern dass die Fantasie der Anrufer funktionierte.
Gerade diese Passage sorgt nun für Unbehagen, weil sie in Teilen an die aktuellen Vorwürfe erinnert – auch wenn beides nicht gleichzusetzen ist.
Viele offene Punkte
Die Ermittlungen laufen, konkrete Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Christian Ulmen hat sich öffentlich nicht geäußert, Collien Fernandes hält sich derzeit im Ausland auf.
Fest steht: Der Fall ist längst nicht mehr nur eine private Angelegenheit. Und der Blick richtet sich zunehmend auch auf das, was lange zurückliegt. Für Ulmen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.