Dan Auerbach: „Empfinde Schuldgefühle als Überlebender“


In einem Statement für den amerikanischen ROLLING STONE hat Dan Auerbach, Sänger der Black Keys und der Arcs, seine Fassungslosigkeit gegenüber den Terroranschlägen vom Freitagabend in Paris bekundet. Er habe sich zum Tatzeitpunkt nur wenige Kilometer vom Bataclan entfernt befunden.

Mit den Arcs trat Auerbach am Freitag im Le Trianon auf  – zur gleichen Zeit, als Terroristen das Konzertgebäude des Bataclan stürmten und mindestens 80 Menschen töteten, die die Eagles Of Death Metal live sehen wollten.

„Wir hatten die Schüsse gehört, dann Hubschrauber“, gab der Sänger zu Protokoll. „Polizisten haben uns aus Sicherheitsgründen eingeschlossen und die Türen bewacht.“

„Nick war ein Teil der Familie“

Dann erst habe Auerbach vom Attentat beim Gig der Eagles Of Death Metal erfahren. „Ich dachte: ‚Wollt ihr mich veräppeln?'“. Er habe Josh Homme, Drummer der Eagles Of Death Metal, sofort eine SMS geschrieben – der zeigte sich verwundert, tourte er doch diesmal nicht mit den Eagles, sondern war zuhause in Los Angeles. Und ahnungslos.

Auerbach verweist weiterhin auf die Ähnlichkeiten zwischen beiden Auftrittsorten – Kapazitäten jeweils von 1500 Fans, beide Gebäude um die 150 Jahre alt. Nick Alexander, der getötete Merchandising-Manager, arbeitete auch für die Arcs. „Wir kannten ihn seit Jahren. Er war Teil der Familie. Ein netter Mensch, immer großes Lächeln.“

„Warum dort – nicht bei uns?“

Mit den Black Keys ist Auerbach das letzte Mal vor fünf Jahren im Bataclan aufgetreten. „Ich war dort so oft, es hat sich wie ein Zuhause angefühlt. Ich kenne Leute, die am Freitag dort waren – Leute, die sich fragten: ‚Wen will ich heute live sehen – die Arcs oder die Eagles Of Death Metal?‘ Mich macht das fertig. Nennt man das das schlechte Gewissen eines Überlebenden? Mein Herz ist gebrochen. Warum ist es dort passiert, nicht bei uns?“



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