Spezial-Abo

Freiwillige Filmkontrolle


Dave Grohl über die ersten Tage nach Cobains Tod: „Wer bin ich, wo bin ich, was mache ich?“


von

Als Kurt Cobain am 5. April 1994 starb, bedeutete dies auch das Ende für Nirvana. Besonders für Drummer Dave Grohl startete dadurch aber auch eine unerwartete Karriere. In einem neuen Interview erinnert sich der Schlagzeuger und Sänger an die ersten Schritte, die er damals gehen musste – und wie sehr er mit dem Tod von Kurt Cobain zu kämpfen hatte.

„Es waren Monate und Monate und Monate“

Grohl erzählt: „Ich hatte nicht wirklich einen Plan. Wenn alles auf den Kopf gestellt und so durchgeschüttelt wird, wachst du jeden Tag auf und denkst: ,Wer bin ich, wo bin ich, was mache ich?‘ Ich erinnere mich an den Tag nach Kurts Tod, wie seltsam es sich anfühlte, aufzuwachen und zu wissen, dass er nicht mehr bei uns war. Also was mache ich mit dem heutigen Tag?“

Das sei auch der Moment gewesen, an dem er realisierte: „Oh, okay, du musst alles noch einmal machen. Das heißt, ich muss eine Kanne Kaffee kochen, und das ist meine erste Kanne Kaffee, seit Kurt weg ist. Ich muss nach oben gehen und mich anziehen. Das ist das Erste, was ich anziehen werde, seit Kurt weg ist. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich getan habe. Es waren Monate und Monate und Monate.“

Dave Grohl, Kurt Cobain, Krist Novoselic – als es Nirvana noch gab.

Anfängliche Selbstzweifel

Nach Cobains Tod begann Grohl, eigene Songs aufzunehmen. Er spielte im Studio alle Instrumente selbst ein. Nachdem er im Oktober 1994 mit den Aufnahmen fertig war, beschloss er, sein Solo-Projekt zu veröffentlichen. Im Juni 1995 erschien das erste Album der Foo Fighters – den Bandnamen gab er sich, um zu vertuschen, dass es sich dabei um Musik vom ehemaligen Nirvana-Schlagzeuger handelte. Ein Plan, der nicht lange vorhielt und so entstanden bis heute insgesamt zehn Studioalben mit seiner Band.

Doch Grohl kämpfte in der Anfangsphase mit Selbstzweifeln, als er erst lernte, seine eigene Band zu leiten. Er habe sich Gedanken gemacht wie: „Ich weiß, dass ich mich nicht gut anhöre, aber wie sehe ich aus? Wie halte ich meine Gitarre? Mache ich das so? Wie bewege ich mich?“


Foo Fighters 1997

„Ich werde da rausgehen wie der verdammte Julius Cäsar!“

Er gibt zu, viel Angst gehabt zu haben: „Ich war nie im Moment, ich hatte einfach so viel Angst. Und dann machte etwas klick, wo ich dachte: ,Weißt du was? Ich werde diesen Moment nicht damit verschwenden, nervös zu sein oder Angst zu haben. Ich werde da rausgehen wie der verdammte Julius Cäsar.‘

Der Rest ist Foo Fighters-Geschichte. „Medicine At Midnight“, das zehnte Studioalbum von Dave Grohl, Nate Mendel, Chris Shiflett, Taylor Hawkins, Pat Smear und Rami Jaffee erschien am 5. Februar 2021.

Paul Bergen Redferns

Dave Grohl erzählt die Geschichte hinter dem Foo-Fighters-Klassiker „Everlong“ als Akustik-Version

Am 20. März war Dave Grohl zu Gast beim Oates Song Fest 7908. Das Oates Fest wird von John Oates und seiner Frau Aimee Oates organisiert, um Bewusstsein zu schaffen und Geld für „Feeding America“ zu sammeln. Dort erzählte Grohl die Entstehungsgeschichte des Foo-Fighters-Klassikers „Everlong“. Danach spielte er, wie schon oft zuvor, eine akustische Solo-Version des Hits von 1997. Das Video dazu gibt es jetzt zum Nachschauen. (Das Lied beginnt bei Minute 06:57) In dem elfminütigen Video, das nach dem Festival am vergangenen Wochenende nun auf YouTube verfügbar ist, erklärt Grohl, wie er auf das Intro von „Everlong“ kam: Er…
Weiterlesen
Zur Startseite

3 Monate ROLLING STONE nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €