Deshalb geht Roger Waters juristisch gegen München vor

Roger Waters sieht sich von der Stadt München und vor allem von Oberbürgermeister Dieter Reiter schlecht behandelt und geht nun mit Anwalt gegen eine Pressemitteilung des OB vor.

Der SPD-Politiker hatte dem Musiker und Mitbegründer von Pink Floyd unter anderem rund um seinen Auftritt in der Olympiahalle in München am Mittwoch (13. Juni) Antisemitismus vorgeworfen. Der 74-Jährige verlangte nun über seinen deutschen Rechtsanwalt Christian Schertz, dass die Presseerklärung des Oberbürgermeisters sofort von der Internetseite Münchens entfernt wird, weil die Vorwürfe seiner Meinung nach nicht zutreffen würden.

Ab wann ist Israel-Kritik antisemitisch?

Waters ist einer der bekanntesten aktiven Unterstützer der BDS-Bewegung, die Israel mittels künstlerischer Boykotte dazu bringen will, einer neuen politischen Lösung im Palästina-Konflikt näher zu kommen. Während seiner Konzerte gibt Waters mehrfach politische Statements ab, die unter anderem nun von Münchens Oberbürgermeister Reiter als „zunehmend unerträgliche antisemitische Äußerungen“ aufgefasst wurden. Auch öffentlich-rechtliche Sender, die zuvor werben wollten für die Gigs des Musikers in Deutschland, hatten bereits ihre Unterstützung für Waters aus Protest aufgegeben.

Kooperation

Dieses Konzert sei aber seiner Meinung nach nicht mehr zu verhindern gewesen. „Umso wichtiger ist es mir, im Vorfeld des Konzerts unmissverständlich klarzustellen, dass die antisemitische Stimmungsmache Roger Waters‘ in München weder willkommen ist noch unwidersprochen bleibt“, schrieb der Politiker. Für Waters und seinen Anwalt sei das ein konkreter Boykottaufruf, der nicht nachvollziehbar sei. Der Musiker habe sich zwar kritisch zur Politik Israels geäußert, aber niemals „abfällig über Menschen jüdischen Glaubens“. Ein Statement der Stadt München zu den Vorwürfen steht bisher aus.

Weiterlesen


Waters, Wolf Alice, Peter Gabriel und Co fordern BBC zum Boykott des ESC 2019 aus Israel auf

Künstler wie Wolf Alice und Peter Gabriel haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem die BBC aufgefordert wird, den bevorstehenden Eurovision Song Contest in Israel zu boykottieren, also keine Übertragung der Veranstaltung zu senden. Der vom „Guardian“ veröffentlichte Brief wurde unter anderem von Musikern, Kunstschaffenden und Filmemachern wie Roger Waters, Declan McKenna, Reverend & The Makers, Paula Darwish, Bloody Knees and Drones Club, sowie Maxine Peake, Alexei Sayle, Vivienne Westwood und Ken Loach unterzeichnet. Darin werfen sie dem Sender vor, dass er den Wettbewerb trotz der Notlage der Palästinenser in Israel unterstützt. „Der Eurovision mag leichte Unterhaltung sein, aber er ist…
Weiterlesen
Zur Startseite