Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Es wird ein Schuh draus


Folge 187

Kaum ein Thema – von Liebe, Tod, Freiheit und dem Atomkrieg mal abgesehen – hat die großen Dichter der Popmusik so sehr beschäftigt wie Schuhe. Das ist nur folgerichtig, schließlich reimt sich „shoes“ auf „blues“, „news“, „­fuse“, „lose“, „seduce“ – und mit ein bisschen gutem Willen auch auf „youth“. Dylan besang die „Boots Of Spanish Leather“, die Beatles immerhin einen „Old Brown Shoe“, beides hübsche Nebenlieder im Kanon der Künstler. Lee Hazlewood wiederum schrieb und produzierte für Nancy Sinatra mit „These Boots Are Made For Walkin’“ den wohl ersten Pophit der Welt, der Sadomaso und weibliches Freiheitsstreben unter einen, pardon: Stiefel bekam.

Ein Musiker, der besonders oft über Schuhe sang, war der große Schlunz­rocker Nikki Sudden. In nahezu jedem Song seiner Glanzphase kommt das Wort vor. Es geht bei ihm um „Dead Man’s Shoes“ ebenso wie um „Hillside Shoes“ oder „Electric Shoes“. Ununterbrochen geht er in seinen Liedern Schuhe kaufen – oder es steht jemand in fremden Schuhen herum. Schuhe sind dem 2006 verstorbenen Briten gleichermaßen metaphorischer Ausdruck für Weiblichkeit wie für Aufbruch und Verlassenwerden. Irgendwann, wenn ich ganz viel Zeit habe, stelle ich mal eine Playlist zusammen, die „Nikki Sudden’s Shoes“ heißen und alle Schuhlieder des Sängers versammeln wird. Wenn auch sonst nichts bleibt – diese Playlist wird überdauern!

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Elvis’ (bzw. Carl Perkins’) „Blue Suede Shoes“ regte in den Siebzigern den Hippie­rock-Charmebolzen Kevin Ayers zu seinem Lied „Stranger In Blue Suede Shoes“ an. Darin betritt der Protagonist eine Spießerkneipe: „I walked into this bar and the man refused/ He said: ,We don’t serve strangers in blue suede shoes.‘“ Doch der Held weiß die Situation elegant zu meistern: Er gibt dem strengen Barmann eine Zigarette – die natürlich ein Joint ist –, wor­aufhin die Welt gleich ganz anders aussieht. Letztlich wohl eher ein Drogen- als ein Schuh-Song.

Warum gibt es noch keine deutsche Band mit dem Namen Die Schuhe?

Die Bedeutung der richtigen Schuhwahl für das Betanzen des amourösen Parketts besang in den 80er-Jahren angemessen schnöselig der große Willy DeVille in seinem Halb-Hit „Italian Shoes“. DeVille gibt den geschniegelten Aufreißer, der ganz genau weiß, dass letztlich alles mit dem modischen Requisit steht und fällt. Die Kehrseite dieses ironisch gebrochenen Abschleppsongs ist wohl Amy Winehouse’ „F*ck Me Pumps“, in dem die Sängerin allzu stumpfe Abschleppwilligkeit geißelt.



Frank Sinatra verabscheute Donald Trump – sagt Tochter Nancy Sinatra

Am Freitag (03. Juli) ordnete US-Präsident Donald Trump an, dass innerhalb von 60 Tagen Pläne für einen „National Garden of Heroes“ vorgelegt werden sollen. Im Zuge dessen ehrte der Präsident die verstorbene Musik-Ikone Frank Sinatra. Der Präsident begann seine Rede über die Ankündigung, indem er verschiedenen amerikanischen Persönlichkeiten hervorhob. Die Bandbreite reichte dabei von Politikern wie Ulysses S. Grant und Frederick Douglass bis hin zu Entertainern wie Elvis Presley und eben auch Frank Sinatra. Donald Trump und „My Way“ Im Anschluss an die Rede twitterte Schauspielerin Mia Farrow: „Frank Sinatra hätte Donald Trump verabscheut.“ Auf eben jenen Tweet antwortete Sinatras…
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