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„Über Musik zu schreiben ist wie über Architektur zu tanzen“ – wer hat es wirklich gesagt?

🔥23 grandiose Album-Opener der Musikgeschichte

Musikjournalismus steht seit jeher unter dem Verdacht, eine schöne Sache mit kleinteiligen Gedanken und allzu subjektiven Kritiken kaputt zu machen. Das sehen wir natürlich anders und schreiben leidenschaftlich weiter. Dennoch gibt es ein Bonmot, das diese grundsätzliche Vorhaltung gegenüber dem Schreiben und Sprechen über Musik in Worte packt: „Über Musik schreiben ist wie über Architektur tanzen – eine ziemlich dumme Idee.“

Erst am Samstag (24. August) war es wieder öfter zu lesen, in einigen Memes zum 65. Geburtstag von Elvis Costello.

Tatsächlich wird immer wieder behauptet, dass Elvis Costello diesen Satz 1983 in einem Interview gesagt haben soll. Konkret: “Writing about music is like dancing about architecture – it’s a really stupid thing to want to do.” Da der Songwriter eine ehrliche Haut ist, stellte er später klar, dass er auf jeden Fall nicht der Urheber dieses geflügelten Worts ist. Stattdessen brachte er den Komiker Martin Mull ins Spiel. Der wurde als Stand-Up-Comedian in den USA bekannt, veralberte Seifenopern und war unter anderem in „Roseanne“ zu sehen. Weltbekannt wurde er aber nie. Und so könnte es sein, dass sein Wortspiel schnell anderen zugesprochen wurde, weil es eben passte.

So etwa Frank Zappa, der schon in frühen Jahren seiner unvergleichlichen Karriere sehr schlecht auf Musikjournalisten zu sprechen war. Das ist allerdings fast noch positiv ausgedrückt. Er stänkerte einst noch viel deftiger gegen das Schreiben über (Rock-)Musik: „Rock journalism is people who can’t write interviewing people who can’t talk in order to provide articles for people who can’t read.“

Miles Davis oder Thelonious Monk – Hauptsache Jazz-Musiker

In den 80ern schienen tatsächlich viele Musiker Lust zu haben, den Spruch anzuwenden, um sich gegen voreingenommene Meinungen aus der Pop-Presse zu wehren. Sogar Laurie Anderson schüttelte ihn aus dem Ärmel. Aber sie behauptete später, das Bonmot von Steve Martin gestohlen zu haben. Vielleicht ein Fehler, der sich wie beim Stille-Post-Spiel eingeschlichen hat. Hat Steve Martin den Satz je gesagt oder zitiert? Oder wurde aus „Komiker“ und „Martin“ (Mull) am Ende aus Verlegenheit, weil man es nicht besser wusste, Steve Martin?



23 grandiose Album-Opener der Musikgeschichte

Eröffnungsstücke auf Alben werden häufig unterschätzt: Von Musikern wohl durchdachte, instrumentale Einleitungen verleiten Hörer häufig dazu, gleich zum zweiten, stärkeren Song weiter zu klicken. Es gibt jedoch einige überwältigende Opener, die Hörern schon mit den ersten Takten Sinn und Zweck des Albens erklären können. Die ROLLING-STONE-Redaktion hat 23 der besten gelistet. R.E.M. – „Begin The Begin“ vom Album „Lifes Rich Pageant“ (1986)  Nicht nur wegen des Titels das perfekte Einstiegslied in ein Album, das vom Leben im Amerika der 80er-Jahre erzählt und von all den Dingen, die sich ändern müssen. Michael Stipe singt plötzlich ganz verständlich, und seine Worte sind…
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