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Haftbefehl-Petition: Offenbacher Bismarckstraße soll nach Rapper umbenannt werden


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Was eine Ehre: Eine Straße mit seinem Namen – das wäre wohl ein Meilenstein in der Karriere des Gangsta-Rappers Haftbefehl. Eine Petition fordert nun genau das. Inspiriert wurde die Forderung von den „Black Lives Matter“-Bewegungen in den USA.

In Amerika werden derzeit Statuen aus der Zeit des Kolonialismus heruntergerissen, in Großbritannien werden Straßen, die nach Sklaventreibern benannt sind, umbenannt. Nun soll auch eine Straße in Offenbach dem Beispiel folgen.

Bismarck: künftig Haftbefehl?

Die Petition, die sich an Bürgermeister Felix Schwenke wendet, hat derzeit (Stand 02. Juli) 1.849 von 1.945 geforderten Unterschriften erreicht.

Dass die Straße nach Haftbefehl, dessen neues Album „Das Weiße Album“ Anfang Juni erschien, benannt werden soll, hat folgenden Grund: Als Deutscher mit Migrationshintergrund, der eine große Karriere hinlegte, sei er nicht nur das Vorbild vieler Jugendlicher – sondern nach Ansicht der Petitions-Initiatoren auch genau das Gegenteil von dem, was Otto von Bismarck, 1871 bis 1890 erster Reichskanzler des Deutschen Reiches und der Gründer des deutschen Kolonialreichs, sich unter einem erfolgreichen Deutschen vorstellte.

Darüber hinaus ist der 34-jährige Haftbefehl der wohl bekannteste Offenbacher der letzten Jahrzehnte. Argumentation genug für Petitions-Inhaber Felix Sauer, die Umbenennung der Straße zu fordern. Falls der Bürgermeister die Straße nicht nach einem Gangster-Rapper benennen möchte, hat Sauer auch noch eine Alternative parat: Erwin-Kostedde-Straße. Erwin Kostedde wurde 1974 als erster dunkelhäutiger Fußballer Spieler in der deutschen Nationalmannschaft.

Nur eines haben die engagierten Petitionisten womöglich nicht bedacht: In Deutschland, wie in westlichen Demokratien nach 1945 allgemein üblich, werden Straßen grundsätzlich nicht nach lebenden Personen benannt.


Rapper Haftbefehl hat sich offenbar selbst ins Bein geschossen

Der HipHop-Künstler Haftbefehl befindet sich derzeit wegen einer Schussverletzung im Klinikum Darmstadt. Das meldet die „Hessenschau“. Der gebürtige Offenbacher, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, soll sich am Donnerstag (16. Juli) aus Versehen in den Unterschenkel geschossen haben, heißt es in dem Bericht. Es handelt sich nach ersten Angaben um eine schwere Verletzung, die sich der 34-Jährige im Frankfurter Bahnhofsviertel zugezogen haben soll. Die „Hessenschau“ berichtet in diesem Zusammenhang von einer Aktion, die offenbar unter Drogen- und Alkoholeinfluss geschah. Haftbefehl wehrte sich gegen Polizei-Untersuchung Bislang ist unklar, warum sich Haftbefehl erst im einige Kilometer entfernten Darmstadt in eine Klinik…
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