„Hexenjagd“: Michael Mittermeier springt seinem Freund Xavier Naidoo bei

„Es ist schwer darin überall den Hass zu finden": Michael Mittermeier findet, dass Xavier Naidoo und seinem „Marionetten“-Lied Unrecht getan wird.

„Nachdem die Hexerjagd auf Xavier Naidoo schon groteske Züge angenommen hatte, ist es gut, denke ich, ihn auch mal anzuhören“: Auf Facebook springt Michael Mittermeier seinem Freund Xavier Naidoo bei. Der Comedian wünscht sich, dass man sich den Songs des Mannheimers ohne Vorbehalte widme. „Ich teile nicht alle Verschwörungstheorien und Ansichten von Xavier“, schreibt Mittermeier, „aber als Freund habe ich ihn als ewig Suchenden erlebt und selbst gesehen was er lebt, und darauf kommt es an. Außerdem, ich habe mir mal alle seine Lieder von ihm durchgehört, und es ist schwer darin überall den Hass zu finden (…)“

Mittelmäßiges Kabarett

Dabei scheint er selbst noch nicht mal Fan des Songs „Marionetten“ und dessen Lyrics zu sein. Das sei „schlimmstenfalls ein mittelmäßiger Kabarett-Text. Da lachen sich Punk-Bands kaputt, für was man textlich in diesem Land schon durchs mediale Dorf getrieben wird.“

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Lola-Award 2011: Sasha, Rea Garvey, Michael Mittermeier, Xavier Naidoo

Stadt Mannheim hält zu Xavier Naidoo

Nach einem klärenden Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister Mannheims, Peter Kurz, und den Söhnen Mannheims stellt sich das Oberbürgermeisteramt der Stadt hinter den Sänger und dessen Band. Zuvor war die Sorge geäußert worden, die „Söhne“ überschreiten die „Grenzen der Toleranz, wenn sich ‘Einzelne, Gruppen, Institutionen und Strukturen in ihrer Haltung und ihrem Handeln gegen die Werte unseres Grundgesetzes richten‘“. Mannheim stünde für ein „Zusammenleben in Vielfalt“.

Als „Stadt Mannheim“ hat das Amt auf seiner Website ein Statement zur Diskussion um den Song „Marionetten“ veröffentlicht. Darin bescheinigt die „Stadt“ Naidoo, dass „die Söhne der Inanspruchnahme durch demokratiefeindliche Rechtspopulisten widersprechen und sich zum Grundgesetz und zur Mannheimer Erklärung bekennen.“

In „Marionetten“ heißt es unter anderem: „Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen; Als Volks-in-die-Fresse-Treter, stößt Ihr an unsere Grenzen; Und etwas namens Pizzagate gibt‘s ja noch auf der Rechnung; Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen; Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme; Dann zerreiß ich ihn in Fetzen; Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“, was als indirekter Aufruf zur Gewalt verstanden werden kann. Das scheint sich im Gespräch zwischen „Stadt“ und „Söhnen“ anders dargestellt zu haben.

Wie Naidoo und seine „Söhne“ der „Stadt Mannheim“ in dem Gespräch erklären konnten, dass sie hinter dem Grundgesetz stünden, schreibt das Oberbürgermeisteramt nicht.

Xavier Naidoo

Erstmals seit Veröffentlichung von „Marionetten“ hat sich Xavier Naidoo zu seinem umstrittenen Song geäußert. Auf Facebook (s.u.) veröffentlichte der 45-Jährige ein längeres Statement.

Etwas verschwurbelt versucht der Sänger darzustellen, dass insbesondere die Globalisierung und „internationale Abhängigkeiten“ es schwieriger machen würden, in einer offenen Gesellschaft zu leben. So was nennt man wohl eine interessante Theorie:

„Eine Demokratie und eine offene Gesellschaft leben davon, dass sie von der Mehrzahl der Menschen getragen wird, dass sie streitbar ist und auch, dass ihr Zustand kritisch hinterfragt werden darf. Gerade um sie zu erhalten und gerade um sie zu verbessern. Dies gilt insbesondere in Zeiten, in der Globalisierung und internationale Abhängigkeiten es schwerer machen, jene unverzichtbaren Grundwerte einer Demokratie wie Freiheit, Frieden, Gleichheit und Solidarität so verständlich zu machen, wie wir es uns wünschen. Die Grundwerte, für die wir stehen, sind notwendige Grundlage für ein soziales und friedliches Miteinander ALLER Menschen, frei von Ressentiments und nationalem Gedankengut.“

„Ich widerspreche“

Abschließend möchte Naidoo festhalten: „Ich widerspreche daher auch jeglicher Instrumentalisierung meiner Musik und Texte durch entsprechende politische Gruppierungen.“

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Shitstorm gegen Böhmermann

Web-Hetzer und Netz-Trolle sind nicht immer die intelligentesten Leute, meistens beherrschen sie auch die Rechtschreibung nur in groben Zügen. Das bekam jetzt auch Jan Böhmermann zu spüren.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte der Moderator eine Art Best-Of vom Shitstorm, den er nach seiner Xavier-Naidoo-Parodie „Hurensöhne Mannheims“ erfahren hatte. „Erdogan hätte Dich mal richtig f***** sollen“, schrieb etwa einer (die Sterne im Zitat haben wir gesetzt), ein anderer findet: „Verbrennen sollte man dich, du scheiß Homo!“. Ein weiterer hat ein richtig langes Gedicht gesandt, es beginnt mit „Böhmermann Du linke Zecke, die Medien missbrauchen Dich für ihre Zwecke.“

Sind das alles echte Fans Xavier Naidoos? Oder nur solche, die generell haten wollen? Wir finden: Jeder Musiker hat die Fans, die er verdient.

Aktuelles zu den „Marionetten“

Bremen Vier kappt seine Kooperation mit Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims. Der Radiosender wird den Gig der Truppe am 13. Mai nicht mehr präsentieren.

Bremen-Vier-Chef Helge Haas begründete das unter anderem damit, es würden Verschwörungstheorien (Söhne Mannheims: „Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter“) in den Liedern befeuert. Auch ein Konzert von Naidoo im Dezember wird nicht mehr von dem Sender präsentiert.

„Aufruf zur Selbstjustiz“

Berichterstattung über den umstrittenen Sänger werde es weiter geben, sagte Haas. Nur keine Präsentation, weil sie wie eine Empfehlung wirke: „Und die wollen wir angesichts der Aussagen in ‚Marionetten‘ nicht mehr aussprechen.“

Söhne Mannheims mit Xavier Naidoo bei einem Konzert 2014 in Berlin

Auszug aus dem Statement von Helge Haas: Wenn man sich aber ,Marionetten‘ anhört, ist der Song im Ganzen im besten Falle sehr missverständlich. Er befeuert Verschwörungstheorien, nimmt mehrfach Bezug auf die Theorien der ,Reichsbürger‘ und der Rechtspopulisten – und zwar in einer Art, die man kaum anders verstehen kann, als dass dies die Meinung von Xavier Naidoo ist und er nicht nur darüber singt. Der Song ruft zu Selbstjustiz auf und verneint im Kern die Unabhängigkeit demokratisch gewählter Parlamente. Das kann man alles so in Songs ausdrücken und veröffentlichen – das ist aber so weit von den Werten entfernt, die wir mit Bremen Vier vertreten, dass wir diese Künstler und ihre Konzerte nicht präsentieren wollen. Deshalb haben wir unsere Präsentationszusagen für die Söhne Mannheims und Xavier Naidoo zurückgezogen.“

Causa Xavier

Alle reden über Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims und deren neuen Song „Marionetten“. Aber worum geht’s darin eigentlich?

Wer wirklich mitreden will, sollte sich den Song-Text durchlesen. Unser Favorit ist der Reim: „Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheaterkästen / Ihr wandelt an den Fäden wie Marionetten / Bis sie euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen!“

Söhne Mannheims: „Marionetten“-Songtext

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter
Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten

Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten
Denn weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Müssen wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Müssen wir unsere Schutzschilde ausbreiten

(hier brechen wir mal langsam ab …, die ROLLING-STONE-Redaktion)

Hurensöhne Mannheims

Derzeit geht das Böhmermann-Video von den „Hurensöhnen Mannheims“ viral: Darin karikiert der Moderator den Aluhut-Schmusesänger und dessen Verschwörungstheorien um „Marionetten“, Fake News und Co.

Der Shitstorm von Naidoo-Fans ließ nicht lange auf sich warten. In einem Facebook-Post wendet sich Böhmermann nun gegen die Anhänger des Musikers, natürlich mit viel Sarkasmus: „Die PRIMITIVEN VERSUCHE seitens der der Staatspresse mich wie eine Merkelmarionette aussehen zu lassen um mein Ansehen beim VOLK zu schaden, sind das PRIMITJVSTE WAS ICH JE ERLEBT HABE! Ich werde dagegen anwaltlich vorgehen.“

Xavier Naidoo hat sich übrigens noch nicht zum „Hurensohn“-Clip geäußert, in dem für das – natürlich fiktive – Album „Death To Israel“ geworben wird („garantiert antisemitisch“).

Jan Böhmermann

Jan Böhmermanns Facebook-Post:

KLARDENKER! FREIGEISTER! ANTI-KORREKTHEITSFREUNDE!

Ich habe alle Eure Kommentare unter dem vorletzten Post gelesen und muss sagen, dass ich GESCHOCKT bin, wie die „systemrelevante“ Springer-Presse UND ALL DIE ANDEREN ÜBLICHEN VERDÄCHTIGEN mir in UNTERSTEM Stürmer-Stil versuchen, das Wort im Mund herumzudrehen!!!!

Ich habe mich DEUTLICH auf die Seite von XAVIER NAIDOO und den SÖHNE MANNHEIMS gestellt, sowie generell auf die SEITE VON GANZ MANNHEIM! Die PRIMITIVEN VERSUCHE seitens der der Staatspresse mich wie eine Merkelmarionette aussehen zu lassen um mein Ansehen beim VOLK zu schaden, sind das PRIMITJVSTE WAS ICH JE ERLEBT HABE! Ich werde dagegen anwaltlich vorgehen (viele wissen nicht, dass ich zufällig JURA studiert habe vier Semester!!!!).

Aber so ist das wohl: wenn man eine Meinung hat, die den HERRSCHENDEN zuwider läufz, wenn man das system kritisiert mit seiner meinungsfreiheit, dann wird man vom MOB FERTIG GEMACHT! ??????

Typisch deutschland!

KLARSTELLUNG: Xavier naidoo und die söhne mannheims sind NICHT ANTISEMITISCH, KEINE Verschwörungstheoretiker! WER WAS ANDERES SAGT IST HETZE!!!!!

viele grüße euer jan

Ps: hier nochmal das video, damit IHR SEHT WIE HIER GELOGEN WIRD!!!!!!! ???????

https://youtu.be/o7Z55ofvM7I

https://www.rollingstone.de/xavier-naidoo-ich-bin-rassist-aber-370299/

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