Xavier Naidoo und „Marionetten“: Söhne Mannheims wollen Krisentreffen


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Xavier Naidoo hat mit seinem neuen Song „Marionetten“, der sich auf dem Album „MannHeim“ der Söhne Mannheims befindet, erneut eine Kontroverse um rechtspopulistisches Gedankengut ausgelöst. Viele Fans distanzieren sich im Netz von dem Musiker, Zeitungen wie die „FAZ“ schreiben offen, dass es sich bei dem Lied um eine „Reichsbürger-Hymne“ handeln würde.

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„Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter/Teile Eures Volks- nennt man schon Hoch, beziehungsweise Volksverräter“, heißt es in „Marionetten“ und an anderer Stelle wird indirekt zur Selbstjustiz aufgerufen. Gedankengut, das in Teilen auch von der AfD und vor allem Pegida vertreten wird. In der Vergangenheit hatte Naidoo bereits mehrfach mit rechtspopulistischen Gedanken sympathisiert.

Söhne Mannheims mit Xavier Naidoo bei einem Konzert 2014 in Berlin
Söhne Mannheims mit Xavier Naidoo bei einem Konzert 2014 in Berlin

Stadtruf in Gefahr

Inzwischen haben sich vor allem Lokalpolitiker Mannheims besorgt um den Ruf ihrer Stadt gezeigt. Die Söhne Mannheims lieferten erst vor kurzem den offiziellen Song zum 200. Fahrradjubiläum der Stadt ab und galten in der Vergangenheit als Vorzeigekünstler. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz reagierte vor einigen Tagen allerdings harsch auf die Diskussion um „Marionetten“ und das neue Album der Band. Er unterstellte den Musikern, „antistaatliche Texte“ zu verbreiten.

Inzwischen bemühen sich die Söhne Mannheims um Schadenbegrenzung. Wie der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet habe sich die Gruppe und der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) auf ein klärendes Gespräch geeinigt. Musiker der Söhne Mannheims hatten dazu eingeladen, ein genauer Termin steht noch nicht fest (oder sollte nicht mitgeteilt werden). Bandmitglied Rolf Stahlhofen bezeichnete zuvor den Text von „Marionetten“ als einen „Aufruf zum Dialog“. Auch Kollege Henning Wehland sprach von einem „Appell zum Nachdenken“.

Adam Berry Redferns via Getty Images