Iron Maiden: Hall-Of-Fame-Zeremonie? Bloß nicht!

Wenn Iron Maiden in die Hall of Fame eingeführt werden sollen, sind sie weit weg auf Tournee. Wie die Musiker nun klarstellten, wären sie aber auch so nicht aufgekreuzt.

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Iron Maiden werden am 14. November in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen. Eigentlich ein Grund zum Feiern – und geehrt fühlt sich die Band auch. Dennoch werden die Musiker nicht vor Ort sein, um feierlich in die Ruhmeshalle eingeführt zu werden.

Der Grund dafür ist zunächst ein Termin-Konflikt: Iron Maiden befinden sich zum Zeitpunkt der Veranstaltung auf Australien-Tour, also buchstäblich am anderen Ende der Welt. Doch wie die Briten nun in einem Interview mit METAL HAMMER deutlich machten, wären sie auch so nicht in Peacock Theater in Los Angeles gekommen.

Dazu Bandkopf und Bassist Steve Harris: Bruce hat seine eigene starke Meinung dazu, aber das ist seine Sache. Mich hat es weder in die eine noch in die andere Richtung je gestört. Wir machen das hier nicht für irgendwelche Auszeichnungen. Auf eigenartige Weise bin ich sogar froh, dass das jetzt passiert, damit die Amerikaner endlich aufhören, darauf herumzureiten. Mir wurde beigebracht, dass man sich bedankt, wenn man etwas bekommt. Aber hat mir die Sache schlaflose Nächte bereitet? Nein.“

Bruce Dickinson wütete über Hall Of Fame

Seit Jahren fordern die Fans von Iron Maiden unerbittlich, dass die Gruppe endlich in die Hall Of Fame aufgenommen wird. Bislang vergeblich. Bruce Dickinson geht da noch ein Stück weiter. Der Sänger bezeichnete die Ruhmeshalle öffentlich als „kompletten Schwachsinn“ („an utter, complete load of bollocks“).

2018 wurde er von einem Fan bei einem Q&A gefragt, ob seine Band eine Aufnahme verdient hätte. Seine spöttische und oft zitierte Antwort lautete: „Sie wird geführt von einem Haufen selbstgerechter Amerikaner, die Rock ’n’ Roll nicht mal erkennen würden, wenn er ihnen ins Gesicht gespuckt würde. Die müssen aufhören, sich so zu verhalten, und anfangen, echtes Bier zu trinken.“

Entsprechend unberührt reagierte Dickinson deshalb auch in dem Gespräch mit METAL HAMMER: „Ich habe nicht mal mehr die Energie, mich darüber zu ärgern. Ich bin den vielen Leuten dankbar, die sich für uns freuen. Das ist schön. Aber es interessiert uns nicht.“

Auf die Frage, ob Iron Maiden an der Zeremonie teilgenommen hätten, wenn sie nicht in Australien auf Tournee wären, antwortete der 67-Jährige dann auch trocken: „Nein.“ Harris ergänzte: „So etwas mache ich nicht. Ich war jüngst nicht mal bei diesem Roten Teppich für den Dokumentarfilm („Iron Maiden: Burning Ambition“, Anm. d. Red.). Das ist nichts für mich.“

Es bleibt also dabei: Iron Maiden und die Rock & Roll Hall Of Fame, das wird keine Liebesgeschichte mehr.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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