So war der Auftritt von Jeff Beck & Johnny Depp beim Tollwood-Festival in München


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Mittwoch (13. Juli) waren Jeff Beck und Johnny Depp zu Gast auf dem Münchner Tollwood Festival. Zunächst musizierte sich der Gitarrist jedoch ohne seinen „very special guest“ durch die Genres Rock, Jazz und Funk.

Beck entzückte die 6.000 Zuschauer in der ausverkauften Musik-Arena in weißem Shirt und hellblauer Stoffhose mit weißem Gürtel auf seiner ebenso weißen Fender Stratocaster. Die ersten und einzigen an das Publikum gerichteten Worte fielen nach 25 Minuten, als der Brite seine Interpretation des Beach-Boys-Klassikers „Caroline, No“ ankündigte. Der 78-Jährige habe sein virtuoses Spiel gezeigt, sich aber sonst sehr zurückhaltend gegeben, heißt es in einer vom „Stern“ veröffentlichten Konzertkritik; der „Münchner Merkur“ schreibt: „Es fasziniert, wie er die Töne perlen, schweben und ineinander verschwimmen lässt.“

Johnny Depp flogen die Herzen zu – und rote Dessous

Nach etwa 35 Minuten waren dann die erste Rufe aus dem Publikum zu hören: „Johnny! Johnny!“ forderten einzelne Gäste. Mit Haarsträhnen im Gesicht, Zigarillo im Mund und einer Leoparden-Gitarre über der Schulter betrat er schließlich die Bühne. In der Folge brachen Jubelstürme aus, Handys wurden gezückt, rote Dessous flogen durch die Luft. In solchen Momenten wird fassbar, dass Johnny Depp vor einem Monat nicht nur den Verleumdungsprozess gegen seine Ex-Frau Amber Heard und eine horrende Summe Schadensersatz „gewonnen“ hat – sondern auch die Herzen der Öffentlichkeit.

Eigene und sich zu eigen gemachte Stücke

Zurück zur Musik: Gemeinsam spielten beide Musiker die von Depp geschriebene, traurig-schöne Ballade „This is a Song for Miss Hedy Lamarr“– eine Verbeugung vor der gleichnamigen österreichisch-amerikanischen Hollywood-Diva und Erfinderin. In übersetzten Worten sang Depp die Zeile: „Ausgelöscht von derselben Welt, die sie zum Star gemacht hat.“ Es folgten das John-Lennon-Cover „Isolation“ und eine wuchtige Darbietung des Killing-Joke-Stücks „Death and Resurrection Show“.

Viele der vorgetragenen Songs waren Depps und Becks gemeinsamen Album „18“ entnommen, das am Freitag (15. Juli) erscheint. Neben elf Coverversionen bündelt der Langspieler auch zwei Titel, die aus der Feder von Depp stammen – darunter die oben im Text erwähnte Hommage an Hedy Lamarr und ein Song mit dem Titel „Sad Motherfuckin‘ Parade“. Etwa 40 Minuten, nachdem Depp die Bühne betreten hatte, war Schluss in München.

Setlist vom 13. Juli

  1. Star Cycle
  2. You Know You Know (Mahavishnu Orchestra-Cover)
  3. Stratus (Billy Cobham-Cover)
  4. Midnight Walker (Davy Spillane-Cover)
  5. Big Block
  6. Caroline, No (Brian Wilson-Cover)
  7. Brush With the Blues
  8. You Never Know
  9. Rumble (Link Wray & His Raymen-Cover) (mit Johnny Depp)
  10. This Is a Song for Miss Hedy Lamarr (mit Johnny Depp)
  11. Isolation (John Lennon-Cover) (mit Johnny Depp)
  12. Time (Dennis Wilson-Cover) (mit Johnny Depp)
  13. Venus in Furs (The Velvet Underground-Cover) (mit Johnny Depp)
  14. Little Wing (The Jimi Hendrix Experience-Cover) (mit Johnny Depp)
  15. The Death and Resurrection Show (Killing Joke-Cover) (mit Johnny Depp)
  16. Zugabe: Corpus Christi Carol (Benjamin Britten-Cover)
  17. Zugabe: A Day in the Life (The Beatles-Cover) (mit Johnny Depp)