Jeff Beck

Wenn Jeff Beck auch nie kommerzielle Erfolge á la Eric Clapton und Jimmy Page feierte, gilt er dennoch aufgrund seiner Pionierarbeit im Jazz-Rock, Fusion und der Progressive Guitar Music als kaum zu unterschätzende Kraft in der Rockmusik. Für seine Instrumentals wurde er mehrfach mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Jeff Beck spielt hauptsächlich ohne Plektrum, was zu einem seiner diversen Erkennungsmerkmale wurde.

Geoffrey Arnold „Jeff“ Beck wurde 1944 im englischen Wallington geboren und lernte anfänglich auf einer nur geliehenen Gitarre. Er versuchte auf unterschiedlichste Art und Weise, seine eigene Gitarre zu bauen. Als Teenager lernte er über seine Schwester Jimmy Page kennen, mit dem er später für kurze Zeit bei den Yardbirds spielte.

Während der frühen 1960er-Jahre verdiente Jeff Beck sein Geld als Session-Musiker, doch schon 1965 konnte er Eric Clapton bei The Yardbirds als Lead-Gitarrist ersetzen. Jeff Beck experimentierte als einer der ersten Gitarristen mit diversen zusätzlichen Effekten und verhalf den Yardbirds dadurch zu ihrer kommerziell erfolgreichsten Zeit. Mit den neuartigen Klängen gelang die Band mehrfach in die Hitparaden, unter anderem mit „Heart Full Of Soul“, „Still I’m Sad/Evil Hearted You“, „Shapes Of Things“ und „Over, Under, Sideways, Down“. Als Jimmy Page (später bei Led Zeppelin) hinzustieß, lieferte dieser zusammen mit Jeff Beck Ende 1966 ein kurzes Lead-Gitarren-Duo-Intermezzo, bevor Jeff Beck die Gruppe verließ.

Sein eigenes Bandprojekt, die Jeff Beck Group, gründete Beck schon im Folgejahr. Sänger war Rod Stewart, der später auch als Solo-Künstler sehr erfolgreich wurde. Die Jeff Beck Group veröffentlichte zwei Alben, „Truth“ (1968) und „Beck-Ola“ (1969) und gilt als wichtiger Faktor in der Entwicklung der Pop- und Rock-Musik. Nachdem Stewart und Wood 1969 ausstiegen, startete Jeff Beck noch einen zweiten Versuch mit der Jeff Beck Group. Als dieser jedoch scheiterte, gründete er 1972 das hochkarätige Trio Beck, Bogert & Appice, das vorwiegend unter Kennern große Beachtung fand.

Im Folgenden brachte Jeff Beck nicht nur ein Jazz-orientiertes Solo-Album heraus, sondern fiel auch durch Kollaborationen mit anderen Künstlern auf, wie 1976 mit den Bands Wired und Upp.

2001 konnte Jeff Beck für den Song „Dirty Mind“ aus dem Album „You Had It Coming“ seinen dritten Grammy Award entgegenehmen. Er spielte darüber hinaus häufig als Gastmusiker, unter anderem für Bon Jovi und Roger Waters. Die Songs „Plan B“ (2003) und „Nessun Dorma“ (2010) wurden mit jeweils einem Grammy Award ausgezeichnet.

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Sind Gitarren-Soli eigentlich toxisch männlich?

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