Heute vor 87 Jahren

Jerry Goldsmith – der Mann, der Hollywood das Träumen lehrte

Für mehr als 250 Filmmusiken zeichnete Jerry Goldsmith verantwortlich. Viele Kritiker bezeichneten ihn als den Besten seiner Generation. Aber er galt als auch der Unvollendete. Als Goldsmith 2004 im Alter von 75 Jahren starb, konnte er zwar auf 18 Oscar-Nominierungen zurückblicken, darunter etliche Melodien, die noch heute gesummt werden – von den begehrten Trophäen erhielt er jedoch nur eine, 1976 war das, für „The Omen“.

„Ave Satani!“ – Heil Satan! Mit jenem weltberühmten Chorgesang, der auf Latein die Ankunft des Teufels beschwor, erzielte der Komponist im Alter von 46 Jahren seinen größten Erfolg. Es ist schon eine bittere Ironie, dass Goldsmith so bösartig auf die Pauke hauen musste, bis die Academy ihn honorieren würde. Noch bitterer ist, dass er erst in den Jahren danach zu seiner Blüte kommen sollte und trotzdem kein weiteres Mal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Seine besten Arbeiten kamen ab den Achtzigern, dort verliefen sie auch unter seiner eigenen künstlerischen Hochkontrolle: 90 Prozent Filmdauer unterlegt mit seiner Musik. Produzenten wie Steven Spielberg („Poltergeist“), Regisseure wie Joe Dante („Gremlins“, „Small Soldiers“) oder Paul Verhoeven („Total Recall“, „Basic Instinct“) lieferten dem Mann aus Pasadena die Dramaturgie, den Takt ihrer Filme geradezu aus.

Jerry Goldsmith kann man getrost zu den Big Four der Filmmusik zählen: Neben ihm sind das noch John Barry, John Williams und Ennio Morricone. Und doch lässt Goldsmith sich nicht so einfach fassen wie die Kollegen, die für klare Fälle gebucht wurden. Williams war der Wagner-Verehrer, der Komponist für die harten, ehrlichen Fanfaren, Blockbuster wie „Star Wars“, „Superman“ und „Indiana Jones“; Barry der elegante Brite mit Wurzeln im Beat und Jazz; Ennio Morricone der italienische Emporkömmling in Hollywood, der sich zwischen Folklore und Hipstertum bewegte. Doch in welche Sparte fiel Goldsmith?

Vielleicht war er der größte Romantiker. Auch wenn er Stravinsky und Rimsky-Korsakov zu seinen Vorbildern zählte und den nervös musizierenden Filmkomponisten Bernard Herrmann als größten Einfluss innerhalb Hollywoods bezeichnete, drückten seine besten Arbeiten eine Nachdenklichkeit und Vorsicht aus, die seine Kollegen nicht teilten. Selbst aggressive Scores wie „Alien“ oder „The Boys From Brazil“ blieben vor allem wegen der darin enthaltenen Arien in Erinnerung. Er wusste auch, wann gut war mit zu viel Orchester. So ließ er eines der 1968 schockierendsten Enden der Filmgeschichte, das von „Planet Of The Apes“, ohne Begleitmusik: „Charlton Heston war ein wenig überengagiert in der Szene. Da brauchte es keinen Ton als Begleitung.“



ROLLING STONE präsentiert: Dope Lemon auf Tour 2020

2019 veröffentlichte Angus Stone mit „Smooth Big Cat“ das dritte Studioalbum unter dem Pseudonym Dope Lemon. Anlässlich der LP geht der australische Singer-Songwriter 2020 auf Tour und kommt für insgesamt drei Auftritte nach Deutschland. Dope Lemon Tour 2020: 08.06. Frankfurt, Batschkapp 10.06. Berlin, Metropol 11.06. Düsseldorf, Zakk Dope Lemon bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=lm8UbnYqSFE  
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