Jim Morrison: Vater wollte seinetwegen die Navy verlassen


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Anlässlich des 50. Todestages Jim Morrisons erscheint eine Sammlung seiner lyrischen Werke, an dem auch seine Schwester Anne Morrison Chewning mitwirkt. Im Interview mit der Del Mar Times sprach sie jetzt über das schwierige Verhältnis Morrisons zu seinem Vater.

Kind eines Marineoffiziers

Lange bevor James Douglas Morrison zum The Doors-Sänger Jim Morrison wurde, verbrachte er die typische Kindheit eines US-amerikanischen „military childs“. Sein Vater, ein Marineoffizier, der unter anderem im Zweiten Weltkrieg und Vietnam kämpfte, hatte die Familie fest in der Hand. So gerieten George Stephen Morrison und sein lebhafter Sohn immer wieder aneinander, wie Morrisons Schwester berichtet: „Er spielte Streiche und alberte andauernd herum. Das hat uns auf der Navy-Basis oft in Schwierigkeiten gebracht.“

Er gab vor, seine Eltern seien tot

Mit Morrisons Anfängen als Rockmusiker verschlechterte sich das Verhältnis zu seinem Vater weiter. Dieser war so wenig angetan von den beruflichen Ambitionen seines Sohnes, dass er ihn in einem Brief drängte, die Musik an den Nagel zu hängen. Jim hingegen, damals in seinen frühen 20ern, antwortete wann immer er gefragt wurde, seine Eltern seien bereits verstorben.

Posthume Versöhnung

Mit der wachsenden Bekanntheit seines Sohnes und dessen öffentlichen Eskapaden konfrontiert, bot Marinesoldat George Stephen Morrison schließlich seinen Arbeitgebern an, der Militärkarriere den Rücken zu kehren, wozu es aber nie kam. „Er liebte die Navy und wollte nicht, dass irgendetwas, dass Jim tat, darauf abfärbte“, erzählt Morrisons Schwester. Erst nach dem frühen Tod des Sängers schien sein Vater, der erst im Jahr 2008 verstarb, frieden mit dem bewegten Leben seines Sohnes geschlossen zu haben. Als Morrisons Grab in Paris Vandalismus zum Opfer fiel, war es George Stephen, der sich um die Gestaltung eines neuen Grabsteins kümmerte.