Nach Belästigungsvorwürfen: Kreativ-Chef verlässt Pixar und Disney

Die nahezu unglaubliche Erfolgsgeschichte von Pixar ist nicht ohne John Lasseter vorstellbar. Der Zeichner, der einst bei Disney angefangen hatte („Cap und Capper“), dann aber lieber seine eigene Vorstellung von Animation umsetzen wollte, führte die kleine Kreativschmiede – auch mit dem Geld und den Ressourcen von Steve Jobs – ganz nach oben in Hollywood. Gemeinsam mit Disney eroberte das Studio die Welt, angefangen von „Toy Story“ bis hin zu Franchises wie „Cars“.  Als Pixar schließlich von Disney gekauft wurde, sorgte Lasseter ebenfalls mit großem Erfolg dafür, dass auch die Animationsfilmabteilung des Micky-Maus-Konzerns wieder erfolgreich und relevant wurde.

Doch Disney und Pixar wollen von John Lasseter nichts mehr wissen. Nach einer sechsmonatigen „Denkpause“, die man ihm wegen mehrerer gemeldeter Fälle von sexueller Belästigung verpasst hat, soll Lasseter nun aus eigenen Stücken entschieden haben, das Unternehmen zum Jahresende zu verlassen. Bis dahin sei er noch als künstlerischer Berater tätig, heißt es in einer Pressemitteilung von Disney. Der 61-Jährige hatte in einem Rundschreiben Mitarbeiter um Entschuldigung gebeten, die er wegen „ungewollter Umarmungen“ und seiner Meinung nach missverstandenen Gesten verletzt habe. Er selbst sprach allerdings auch von Fehltritten, die er bereue.

John Lasseter hatte schon lange einen schlechten Ruf

John Lasseter reiht sich ein in die Liste von über 60 Männern ein, die seit dem Harvey-Weinstein-Vorfall der sexuellen Belästigung beschuldigt wurden. Berichten zufolge soll er für „Grapschen, Küssen und Kommentare über physische Attribute“ firmenintern bekanntgewesen sein.

Kooperation

Laut „The Hollywood Reporter“ hatten sich im vergangenen Jahr mehrere Mitarbeiter von Pixar unabhängig gemeldet, um die sexuellen Missbrauchsvorwürfe im Detail zu erläutern. Aus Angst um ihren Job wollten sie jedoch anonym bleiben. Lasseter soll bekannt dafür gewesen sein, andere Mitarbeiter  zu umarmen, doch alleine dabei blieb es nicht. Er war auch bei der Belegschaft als Trinker berüchtigt, der auf Partys und Filmpremieren viel Alkohol konsumierte. Auch zu anderen Anlässen soll er Frauen belästigt haben. Die Mitarbeiter behalfen sich damit, indem sie ein eigenes Ausweichmanöver erfanden, welches intern als „The Lasseter“ bekannt wurde.

Disney-Chef Bob Iger würdigte am Freitag Lasseters „außergewöhnliche“ Arbeit für Pixar und Disney. Er habe das Zeichentrickgeschäft vollkommen neu erfunden. Nun werden andere seine Arbeit fortführen.


Arcade Fire liefern neuen Song für „Dumbo“-Remake

Die Neufassung von „Dumbo“ dürfte vielleicht die spannendste der zahlreichen Realverfilmungen großer Disney-Klassiker sein, mit der der Micky-Maus-Konzern zur Zeit Kasse macht. Das liegt daran, dass es sich um einen originären Stoff ohne Vorlage handelte, der zugleich einer ganzen Künstlergeneration wegen seiner melancholischen Tiefe sehr viel bedeutet(e). Wohl auch deswegen stürzte sich Regisseur Tim Burton mit großer Leidenschaft auf den Stoff, bezeichnete er ihn doch mehrfach als einen seiner Lieblingsfilme. Der Soundtrack des Remakes bekommt dabei eine ganz besondere Note: Arcade Fire haben eine neue Version von „Baby Mine“ aufgenommen. Das Herz-Schmerz-Lied, geschrieben von Frank Churchill und Ned Washington, 1941…
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