Highlight: Joaquin Phoenix: 7 Fakten, die Sie über den „Joker“-Darsteller kennen müssen

„Joker“: So viel Tantiemen könnte der Pädosexuelle Gary Glitter erhalten

Spoiler!

Freiwillige Filmkontrolle – das Podcast-Gespräch über „Joker“:

Große Aufregung um einen Song-Einspieler im „Joker“-Film: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) tanzt zu den Klängen von „Rock and Roll Part 2“ eine Treppe hinunter, wie ein Showstar. Das schwungvolle Lied stammt von Gary Glitter, einem verurteilten Sexualstraftäter. Brisant wird die Szene auch dadurch, dass der Joker kurz vor seiner Tanz-Einlage seine Freundin Sophie (Zazie Beetz) besucht und bis zum Ende des Films unklar bleibt, was er mit ihr angestellt hat – und mit ihrer kleinen Tochter.

Wie britische Boulevard-Medien berichten, könnte Gary Glitter „hunderttausende Dollar“ für die Verwendung seines Lieds im Film erhalten. Wieviel der 75-jährige Ex-Musiker tatsächlich verdienen könnte, will der „Guardian“ in Erfahrung gebracht haben.

Song-Aufnahme und Urheberschaft

Gary Glitter

Demnach müssen zwei Rechtsfragen geklärt und abgegolten werden: Wer die Aufnahme eingespielt, und wer sie komponiert hat. Ein anonym gebliebener Rechtsanwalt mit Fachgebiet Musik habe der Zeitung erklärt, wie die Einnahmen aufgeteilt würden. Etwa 20 bis 30 Prozent gingen an diejenige Firma, die „Rock and Roll 2“ im Film platziert hat. Von dem, was dann noch übrig bleibt, erhalte das britische Plattenlabel etwa 60 Prozent.

Gary Glitter bekäme vielleicht 30 Prozent der Einnahmen, die ihm als Interpret des Stücks zustünden, und „wahrscheinlich weniger“ für die Komposition, weil er nur Co-Songwriter ist (Mike Leander schrieb damals mit). Der „Guardian“ kommt zum Schluss, dass Glitter weit weniger als „Hunderttausende“ durch den Film-Einsatz verdienen werde.

Gary Glitter

Es gibt natürlich kein „Verbot“ für Songs Gary Glitters. Und er verdient z.B. auch am Oasis-Lied „Hello“ mit, weil die Band darin dessen „Hello! Hello! I’m Back Again“ zitiert, und seit Veröffentlichung 1995 hat er angeblich bereits mehr als eine Million Euro eingenommen.

Allerdings gibt es ausreichend Gründe, die Musik Paul Francis Gadds, wie Glitter bürgerlich heißt, nicht zu feiern. Über die Jahre wurde ihm vielfach und an vielen Orten sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen, in Vietnam saß er 2006 bereits eine Gefängnisstrafe ab.

Nach seiner Abschiebung aus Asien folgten weitere Anklagen. In seiner Heimat Großbritannien wurden gegen ihn in acht Sexualdelikten gegenüber minderjährigen Mädchen in den Jahren 1977 bis 1980 ermittelt. Die spätere Anklage lautete u.a. unzüchtige Handlungen und ein versuchter Missbrauch von Kindern in sieben Fällen. 2015 wurde er zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Haftstrafe verbüßt Glitter im für Sexualstraftäter vorgesehenen Gefängnis „The Verne“.

Peter Macdiarmid Getty Images

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