Kollegah verhöhnt den Fan, den er auf der Bühne niedergeschlagen hat


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Eigentlich gilt in den Kreisen der „harten Jungs“ ein ungeschriebenes Gesetz, das da lautet: Tritt niemanden, der schon am Boden liegt. Rap-Star Kollegah legt auf Etikette jeglicher Art scheinbar keinen Wert – wie sonst wäre zu erklären, dass er in Leipzig einem seiner Fans mitten auf der Bühne erst in den Bauch tritt, um ihn anschließend mit einem Faustschlag niederzustrecken?

Anfassen? Keine Chance!

Auslöser des Wutausbruchs war offenbar, dass der Anhänger – der vom Rapper selbst zum Battle auf die Bühne gebeten wurde – versuchte, sich die Sonnenbrille seines Idols zu schnappen. Zwar ist es alles andere als angenehm, ungefragt von Fremden betatscht zu werden – eine Rechtfertigung dafür, dass sich nach dem Faustschlag auch noch gefühlt Kollegahs ganze Crew auf den „Angreifer“ stürzt, ist das allerdings noch lange nicht.

Lustig oder respektlos?

Besagte Aufnahmen des „Imperator“-Tourauftaktes sind inzwischen überall im Netz zu finden, die Reaktionen darauf sind gespalten: Während die einen lustig finden, wie der „Boss“ den Fan in seine Schranken weist, sind andere schwer enttäuscht vom Verhalten des Rappers. Und als würde sein Opfer sich wahrscheinlich nicht ohnehin wünschen, diese Verkettung von Umständen sei nie passiert, drückt Kollegah ihm nachträglich noch eins rein – und macht ihn damit lächerlich.

„Ihr wollt alle die Brille vom Boss“

Ebenso wie am Abend zuvor in Leipzig holte Kollegah nämlich auch während des Münchener Konzerts am 19. März zwei Fans zum Rap-Battle auf die Bühne. Der Gewinner erhält diesmal nicht nur einen Pokal – sondern auch die Sonnenbrille des ehemaligen Jura-Studenten, überreicht mit den Worten: „Komm‘, ihr wollt alle die Brille vom Boss… Ich schenk‘ sie dir.“

Online-Anzeige eingegangen

Hmm, jemanden fertig machen und ihn anschließend auch noch bloßstellen? Klingt nicht danach, als wäre Kolle die in Rapperkreisen so gern erwähnte Ehre besonders viel wert – ansonsten wüsste er, dass man nicht immer als Sieger hervorgeht, nur weil man das letzte Wort hat. Unterdessen ging bei der Polizei Leipzig am Wochenende eine Online-Anzeige gegen Kollegah ein: Ein Unbeteiligter hatte sie eingereicht, nachdem er das Video der Tat im Internet gesehen hatte – selbst hatte er das Konzert der „Imperator“-Tour nicht besucht.