Marcus Mumford wurde als Kind missbraucht


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Marcus Mumford, Frontmann von Mumford and Sons, offenbarte in einem Interview, dass er als Kind sexuell missbraucht wurde. In seiner Single „Cannibal“ verarbeitete er die traumatische Erfahrungen.

„Wie viele andere Menschen – und ich lerne immer mehr darüber, je weiter wir gehen und je mehr ich es den Leuten vorspiele – wurde ich als Kind sexuell missbraucht“, gab der Sänger im Gespräch mit „GQ“ bekannt. Die Übergriffe seien geschehen, als Mumford sechs Jahre alt war. „Nicht durch die Familie und auch nicht von der Kirche, wie manche Leute vielleicht vermuten würden“. 30 Jahre lang habe er darüber geschwiegen. Seine Eltern hätten bis jetzt nichts davon gewusst.

„Ich kann dich noch schmecken“

„Cannibal“ nimmt direkten Bezug auf die Missbrauchserfahrungen. Mumford singt: „I can still taste you and I hate it/That wasn’t a choice in the mind of a child and you knew it/You took the first slice of me and you ate it raw/Ripped it in with your teeth and your lips like a cannibal/You fucking animal“. Die darauffolgenden Zeilen handeln von der Freiheit, die der Sänger fand, nachdem er offen über die Erfahrungen sprach.

2018 soll Mumford klar geworden sein, dass er etwas ändern müsse. Er sei „am Boden“ gewesen. Also entschied sich der 35-Jährige einen Therapeuten aufzusuchen. Beim zweiten Treffen habe er ihm von den Übergriffen erzählt und sich sofort übergeben müssen. „Das ist anscheinend sehr häufig“, erklärte Mumford im Interview. Mittlerweile fühle er sich aber „freier, als seit langer Zeit“.

Debüt-Album

„Cannibal“ ist die erste Single aus Mumfords erstem Solo-Album „Self Titled“. „Ich hatte das Gefühl, dass es einfach zuerst dran sein muss“, erklärte er. Die Platte erscheint am 16. September. Auch Indie-Liebling Phoebe Bridgers, Singer-Sonwriter Clairo und Brandi Carlile werden zu hören sein.

„Mumford And Sons“ soll aber kein Ding der Vergangenheit sein. Der Frontmann bestätigte, dass man auch ohne Gitarrist Winston Marshall weitermachen wird. Er verließ die Band, nach einer Twitter-Kontroverse.

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf musikexpress.de +++