Stolpert „Marty Supreme“-Regisseur über Sexszene mit 17-Jähriger?
Lange Zeit war unklar, warum die Brüder Benny und Josh Safdie nach Jahren kreativer Allianz inzwischen getrennte Wege gehen. Die Wahrheit könnte nun Oscar-Chancen kosten.
Mit „Uncut Gems“ gelang den Gebrüdern Safdie 2019 einen jener Hits, die das Produktionsstudio A24 in kürzester Zeit zu eine der angesagtesten filmischen Kreativschmieden gemacht haben.
Auch der Vorgänger „Good Time“ (derzeit auf MUBI im Stream) sorgte bereits für Aufsehen. Doch wie nun bekannt wird, könnten ausgerechnet die Dreharbeiten dieses Films dafür gesorgt haben, dass Benny und Josh nun nicht mehr zusammenarbeiten. Und mittelbar könnte das, was nun bekannt wurde, auch die Oscar-Chancen von Josh Safdies „Marty Supreme“ gefährden.
„Page Six“ nennt eine gut unterrichtete Quelle, die behauptet, dass bei den Dreharbeiten von „Good Time“ eine 17-Jährige für die Rolle einer Prostituierten engagiert wurde. Die Teenagerin musste sich während der Dreharbeiten in New York auch für eine Szene nackt ausziehen und simulierten Sex mit dem Schauspieler Budy Duress haben.
Teenager wurde am Set von „Good Time“ angeblich traumatisiert
Für die Safdies war es zu Beginn ihrer Karriere wichtig, professionelle Stars mit Laienschauspielern zu konfrontieren, hier also ein junges, vor der Kamera unerfahrenes Mädchen und Duress.
Pikant: Duress, mit bürgerlichem Namen Michael Stathis, war bei den Dreharbeiten gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, hatte seit 2009 wegen zahlreicher kleinkrimineller Delikte immer wieder Kontakt mit der Polizei. 2023 verstarb er im Alter von nur 38 Jahren nach dem Konsum eines Drogen-Cocktails.
Die Quelle deutete aber noch problematischere Details vom Dreh an. Demnach zog Duress, der zu diesem Zeitpunkt mutmaßlich high war, seine Hose herunter, zeigte sein Geschlechtsteil und fragte den Teenager, ob er „es reinstecken“ dürfe. Dabei soll die Kamera weitergelaufen sein. Josh Safdie, der zu diesem Zeitpunkt die Regie führte, wird von der Quelle vorgeworfen, den Dreh an dieser Stelle nicht beendet zu haben.
Wie mehrere andere Quellen bestätigten, wurde Josh Safdie erst nach den Aufnahmen darüber informiert, wie alt seine Darstellerin wirklich war und dass sie von den Ereignissen am Set traumatisiert worden sei.
Szene wurde herausgeschnitten
Letztendlich wurde die Szene vor der Premiere des Films bei den Filmfestspielen von Cannes 2017 aus dem Film gestrichen. Hieß es zunächst noch, dies hätte „kreative Gründe“, so erfuhr Benjamin Safdie dem Vernehmen nach erst 2023 von den tatsächlichen Gründen und entschied sich daraufhin, so heißt es im Bericht von „Page Six“, auf weitere künstlerische Zusammenarbeit mit seinem Bruder zu verzichten.
Zu den Fakten gehört auch, dass Josh Safdie den in der Branche umstrittenen Produktionspartner Sebastian „Sebo” Bear-McClard dafür verantwortlich gemacht hat, die Jugendliche engagiert zu haben, ohne ihr Alter zu kennen. Quellen erklärten allerdings, dass nur Josh während des Drehs der Szene mit der 17-Jährigen und Duress am Set war, als dieser sich vor ihr entblößte.
Unabhängig voneinander haben die Safdies auch mit ihren Nachfolgeprojekten großen Erfolg. Während „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet in der Hauptrolle für neun Oscars nominiert ist (davon für den besten Film und für die Regie von Josh Safdie), gelang Benjamin Safdie mit dem Sportler-Drama „The Smashing Machine“ ein Indie-Hit.