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Jetzt alle gegen Marvel? Francis Ford Coppola findet Comic-Filme „abscheulich“

Die Leser der Superhelden-Comics von DC und Marvel kennen sich aus mit Begriffen wie „Goldenes Zeitalter“ und „Silbernes Zeitalter“. Sie deuten darauf hin, dass die Heroen dieser größten, rivalisierenden Verlage Höhe- und Tiefpunkte kannten. Und wie bei vielem im Leben ist der Untergang schon im größten Triumph angelegt.

Vielleicht könnte es so auch Marvel gehen, das im Rücken von Disney mit Filmen wie den „Avengers“ oder „Spider-Man“ von einem Box-Office-Erfolg zum nächsten düst. Aber möglicherweise verlieren die aufwendigen Produktionen inzwischen nach und nach ihre Fürsprecher außerhalb des Fan-Publikums. Das deutete sich zumindest mit dem heftigen Streit an, den Meisterregisseur Martin Scorsese vom Zaun brach, als er Marvel-Filmen absprach „Kino“ zu sein und sie eher mit „Freizeitparks“ verglich.

Regisseur Martin Scorsese (li.) 2012 beim Tribeca-Filmfestival in New York
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Das sitzt doppelt, wenn man sich daran erinnert, dass es vor allem die Cineasten und große Filmemacher waren, die in den letzten Jahren den Comic-Filmen von „The Dark Knight“ bis „Captain Marvel“ attestierten, grandiose Geschichten zu erzählen und wesentlich komplexer inszeniert zu sein als früher.

Spider-Man im Trailer zu „Spider-Man: Homecoming“
Spider-Man in „Spider-Man: Homecoming“

Was hat man davon, einen Film immer und immer wieder zu sehen?

Scorsese forderte auch die Kinobesitzer auf, sich von den Blockbustern zu emanzipieren und „narrative Filme“, wie er es nannte, über den kurzfristigen Superhelden-Erfolg zu stellen. „Wir sollten nicht von ihnen eingenommen werden“, verdeutlichte er.

Jetzt hat ein weiterer berühmter Filmemacher, Francis Ford Coppola, ins selbe Horn geblasen und scharfe Kritik an den Marvel-Filmen geübt. Während sich der „Apocalypse Now“ und „Pate“-Regisseur am vergangenen Wochenende in Lyon (Frankreich) aufhielt, um den prestigeträchtigen Prix-Lumière-Preis entgegenzunehmen, nahm er das Angebot eines Journalisten gerne an, der ihn auf die Debatte ansprach, und nannte Marvel-Filme „abscheulich“.

Francis Ford Coppola war einer der Inspirationen für George Lucas, Han Solo zu erfinden.

Coppola laut „France 24“: „Wenn Martin Scorsese sagt, dass die Marvel-Filme kein Kino sind, hat er Recht, denn wir erwarten, dass wir etwas vom Kino lernen, wir erwarten, dass wir etwas gewinnen, etwas Aufklärung, etwas Wissen, etwas Inspiration. Ich weiß nicht, ob jemand etwas davon hat, wenn er den gleichen Film immer wieder sieht.“

Wenn sich also die ersten guten Geister des Kinos von Marvel (und natürlich auch DC und all den anderen Comic-Filmabenteuern) abwenden, vielleicht ist die „Goldene Ära“ des Comic-Films schneller vorbei, als man heute glauben würde.

Gilbert Carrasquillo FilmMagic
Sony/Marvel YouTube
Kevin Mazur Getty Images for Tribeca Film Festival


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„Mehr Freizeitpark als Kino“: Scorsese erklärt seine Marvel-Kritik

Nachdem Martin Scorsese Marvel-Filme mit mehr „Freizeitpark als Kino“ verglich, fühlten sich Filmfreunde, als auch Filmemacher vor den Kopf gestoßen, die Superhelden-Filme wie „The Dark Knight“ bis „Captain Marvel“ eine weitaus größere Komplexität attestierten, als es früher der Fall war. Scorsese forderte auch die Kinobesitzer auf, sich von den Blockbustern zu emanzipieren und „narrative Filme“, wie er es nannte, über den kurzfristigen Superhelden-Erfolg zu stellen: „Wir sollten nicht von ihnen eingenommen werden“. Jetzt verdeutlicht der Regisseur, der für bedeutende Filme wie „Taxi Driver“, „Goodfellas“ oder „Gangs of New York“ verantwortlich ist, seine Meinung: „Dass mich die Filme nicht interessieren, liegt an…
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